Wissenschaft
Körber- und Schering-Preise für Münchner Biochemie-Institut

Für die Entdeckung molekularer „Anstandsdamen“ in biologischen Zellen hat der Münchner Biochemiker Prof. Franz-Ulrich Hartl am Donnerstag in Hamburg den mit 750 000 Euro dotierten Körber-Preis für die europäische Wissenschaft erhalten.

dpa HAMBURG/BERLIN/MüNCHEN. Für die Entdeckung molekularer „Anstandsdamen“ in biologischen Zellen hat der Münchner Biochemiker Prof. Franz-Ulrich Hartl am Donnerstag in Hamburg den mit 750 000 Euro dotierten Körber-Preis für die europäische Wissenschaft erhalten.

Der Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München hat nachgewiesen, dass bestimmte Moleküle in den Zellen dabei helfen, Proteine in die korrekte Form zu bringen. Sein Institutskollege Prof. Wolfgang Baumeister erhält den mit 50 000 Euro dotierten Ernst Schering Preis.

Mit der Auszeichnung werde die von Baumeister entwickelte Technik der Kryo-Elektronentomographie gewürdigt, teilte die Schering Stiftung in Berlin mit. Mit Hilfe dieses Verfahrens können zum Beispiel winzige Protein-Verbindungen in einer Zelle dreidimensional dargestellt werden. Diese Entwicklung habe eine neue Tür in der Zellforschung geöffnet, heißt es in der Begründung für den Preis. Baumeister, ebenfalls Direktor an dem Martinsrieder Institut, erhält die Auszeichnung am 19. September in Berlin.

Proteine sind Eiweiße. Für den Menschen sind sie lebenswichtig. Sie transportieren beispielsweise Sauerstoff im Blut, ermöglichen Muskelbewegungen und helfen bei der Immunabwehr. Diese Aufgaben erfüllen sie aber nur, wenn sie eine ganz bestimmte dreidimensionale Form eingenommen haben - daher ist die Protein-Faltung so bedeutend. Versagen die von Hartl nach der englischen Bezeichnung für Anstandsdamen getauften Chaperone, können die Proteine verklumpen und sich in Nervenzellen ablagern. Dadurch kann es zu Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson kommen.

Der Preis der Hamburger Körber-Stiftung wird seit 1985 europaweit für konkrete, zukunftsweisende Forschungsvorhaben verliehen. Die Stiftung des Berliner Pharmaunternehmens Schering vergibt seit 1991 Auszeichnungen für exzellente Leistungen im Bereich der biologischen, chemischen oder medizinischen Grundlagenforschung.

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