Wissenschaft
Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre steigt schneller als erwartet

Der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist in den ersten sieben Jahren des 21. Jahrhunderts schneller gestiegen als erwartet. Dies liegt zum einen an einem vermehrten Ausstoß des Treibhausgases, zum anderen aber auch an einer geringeren Speicherung in sogenannten Senken.

dpa WASHINGTON. Der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist in den ersten sieben Jahren des 21. Jahrhunderts schneller gestiegen als erwartet. Dies liegt zum einen an einem vermehrten Ausstoß des Treibhausgases, zum anderen aber auch an einer geringeren Speicherung in sogenannten Senken.

Das Klima werde sich aufgrund dieser Veränderungen stärker und früher als angenommen wandeln, berichtet ein internationales Forscherteam in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; online vorab veröffentlicht).

Josep G. Canadell vom Global Carbon Project der australischen Forschungsinstitution Csiro in Canberra und seine Mitarbeiter hatten umfangreiche Daten zum Kohlenstoffhaushalt der vergangenen 150 Jahre ausgewertet. Demnach reicherte die Atmosphäre zwischen 2000 und 2006 im Schnitt 4,1 Mrd. Tonnen Kohlenstoff pro Jahr zusätzlich an. In den 1980er und 1990er Jahren seien dies nur etwa 3,2 bis 3,4 Mrd. Tonnen jährlich gewesen.

Der Studie zufolge stiegen die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen zwischen 2000 und 2006 jährlich um 3,3 Prozent. In den 1990er Jahren waren es hingegen nur 1,3 Prozent. Verantwortlich dafür ist zum einen das weltweite Wirtschaftswachstum, vor allen in Teilen Asiens wie China und Indien. Zum anderen habe die Intensität der Emissionen zugenommen. Das heißt, dass seit dem Jahr 2000 mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, um dieselbe wirtschaftliche Leistung zu erreichen. Bisherige Prognosen waren stets davon ausgegangen, dass sich die Nutzungsbilanz wie in den Jahrzehnten vor 2000 weiter verbessert.

Als dritten Grund für den Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxids benennen die Wissenschaftler die geringere Speicherung des Treibhausgases auf dem Land und in den Ozeanen. Veränderte Windzirkulationen im südlichen Ozean und eine Serie von Dürren in den mittleren Breitengraden seien dafür die Ursachen. Die beiden letztgenannten Faktoren machten etwa 35 Prozent des gesamten Anstiegs an Kohlendioxid in der Atmosphäre aus, das Wirtschaftswachstum sei für die restlichen 65 Prozent verantwortlich.

Erst am Wochenende hatten britische Forscher berichtet, dass die Weltmeere heute deutlich weniger Treibhausgase aufnehmen als noch vor zehn Jahren. Die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Andrew Watson von der Universität von East Anglia hatten mehr als 90 000 Messungen aus dem Nordatlantik in der Zeit von 1995 bis 2005 ausgewertet. Ihr Ergebnis: Die CO2-Aufnahme des Meeres verringerte sich in diesem Zeitraum um die Hälfte. Diese Ergebnisse seien „höchst beunruhigend“.

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