Wissenschaft
Komet Tempel 1 "magert" bei Sonnenumkreisung ab

Der Komet Tempel 1, den die US-Raumfahrtbehörde Nasa im vergangenen Jahr in einer spektakulären Aktion beschossen hat, verliert bei einem Umlauf um die Sonne rund drei Mill. Tonnen Wasser.

dpa BONN. Der Komet Tempel 1, den die US-Raumfahrtbehörde Nasa im vergangenen Jahr in einer spektakulären Aktion beschossen hat, verliert bei einem Umlauf um die Sonne rund drei Mill. Tonnen Wasser.

Auf der Erde entspräche das einem kleinen See mit 500 Metern Durchmesser und 15 Metern Tiefe, berichten Astronomen der Universität Bonn zusammen mit Kollegen vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (USA). Sie hatten den Kometen drei Monate lang mit einem Satelliten beobachtet und stellen ihre Ergebnisse im Fachblatt „Icarus“ vor.

Fünfeinhalb Jahre benötigt der Komet Tempel 1, um einmal die Sonne zu umkreisen. Dabei taut er in Sonnennähe durch die Strahlung teilweise auf. Während der Annäherung seien die eisreichen Oberflächenregionen des rund sechs Kilometer dicken Kometen um bis zu 40 Zentimeter schlanker geworden, berichten die Forscher. Die Abmagerung könnte Tempel 1 in einigen hundert Jahren das „Leben“ kosten. Irgendwann werde er wahrscheinlich so instabil, dass er auseinander brösele.

Kometen verbringen die meiste Zeit in den Randbereichen unseres Sonnensystems. Nur wenn sie der Sonne nahe kommen, werden durch die Sonneneinstrahlung große Mengen Staub und Gas freigesetzt. Es entsteht ein Kometenschweif, der bei manchen Kometen auch mit dem bloßem Auge zu sehen ist. Dabei verdampft hauptsächlich Wassereis.

Die Zusammensetzung der Kometenkerne ist jedoch relativ wenig bekannt. Das war auch der Grund für den spektakulären Beschuss im von Tempel 1 vergangenen Jahr: Die Raumsonde „Deep Impact“ schoss ein mehr als 370 Kilogramm schweres Projektil auf Tempel 1 ab. Beim Einschlag wurde so viel Energie frei wie bei der Explosion von 4,5 Tonnen TNT. Die Wissenschatfler beobachteten mit dem Nasa-Satelliten „Swas“ im Sommer 2005 drei Monate den Kometen und die Kollision.

„Das Material, das dabei frei wurde, enthielt erstaunlicherweise kaum Wasserdampf“, sagte Frank Bensch vom Bonner Argelander-Institut für Astronomie. Es habe sich eher um „feuchten Staub“ als um „schmutzigen Schnee“ gehandelt. Stellenweise enthalte der Komet jedoch auch große Mengen Eis. Zu manchen Zeiten verdampften bis zu 360 Kilogramm Wasser pro Sekunde von seiner Oberfläche.

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