Wissenschaft
Krebszellen in Blutspenden: Kein Risiko für Empfänger

Blutspenden können zwar Krebszellen enthalten, diese sind für den Empfänger aber ungefährlich. Bei einer schwedischen Studie stammten rund drei Prozent aller Blutspenden von Menschen, die Krebs hatten oder bald darauf daran erkrankten.

dpa BAIERBRUNN/STOCKHOLM. Blutspenden können zwar Krebszellen enthalten, diese sind für den Empfänger aber ungefährlich. Bei einer schwedischen Studie stammten rund drei Prozent aller Blutspenden von Menschen, die Krebs hatten oder bald darauf daran erkrankten.

Zum Zeitpunkt der Blutspende wussten sie jedoch nichts davon. Darüber berichtet die „Apotheken Umschau“ (Augustausgabe). Gustaf Edgren vom Karolinska-Institut in Stockholm hatte die Blutspende- und die Krebsregister in Schweden und Dänemark verglichen. Als neuen Risikofaktor sieht Edgren Blutspenden jedoch nicht: Menschen, die entsprechende Blutkonserven erhielten, hatten keine erhöhte Krebsrate.

Die Originalstudie ist im Journal „The Lancet“ (Bd. 369, S. 1 724) erschienen. Demnach hatte Edgren 354 094 Blutempfänger untersucht. 12 012 davon hatten Blut von Spendern erhalten, bei denen fünf Jahre nach der Spende Krebs diagnostiziert wurde.

In Deutschland dürfe ein Krebskranker kein Blut spenden, sagte Franz Weinauer, Ärztlicher Direktor des Blutspendedienstes vom Bayerischen Roten Kreuz. Blutspenden werden aber nicht auf Krebszellen getestet. Eine andere Studie habe jedoch ergeben, dass die Krebszellen bei Menschen, die solche mit Spenderblut erhalten hatten, nicht anwuchsen. Wahrscheinlich würden die fremden Krebszellen vom Immunsystem vernichtet.

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