Wissenschaft
Kulturflächen und Klimawandel bedrohen Vögel

San Francisco (dpa) ­ Bis zum Jahr 2050 werden die Lebensräume von mindestens 400 Vogelarten um mehr als die Hälfte schrumpfen.

San Francisco (dpa) ­ Bis zum Jahr 2050 werden die Lebensräume von mindestens 400 Vogelarten um mehr als die Hälfte schrumpfen. Verantwortlich ist der Mensch - durch den von ihm verursachten Klimawandel und die Umwandlung natürlicher Lebensräume in Kulturflächen, berichten US-Forscher im Journal „Plos Biology“.

Von den insgesamt 8 750 Landvogelarten, die es auf der Welt gibt, werden 980 bis 1 800 bis Ende des Jahrhunderts durch den Wandel ihrer Lebensräume gefährdet. Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Vogelarten werde im gleichen Zeitraum um 30 bis 50 Prozent ansteigen.

Die Forscher um Walter Jetz von der University of California San Diego (La Jolla/US-Staat Kalifornien) hatten die Szenarien des Millennium Ecosystem Assessment (MA) genutzt, um die globale Entwicklung der Vogelwelt im 21. Jahrhundert abzuschätzen. Dieses Modell gibt an, wie viel Fläche einer Region vom Klimawandel und der Ausbreitung der Landwirtschaft betroffen ist und wie sie sich verändern wird. Denkbar ist etwa die Umwandlung von Wiesen in Ackerland oder die Versteppung bestimmter Regionen infolge des Klimawandels. Diese Daten kombinierten die Wissenschaftler mit Angaben zum weltweiten Vorkommen der Vogelarten.

Die vier zu Grunde liegenden Szenarien unterscheiden sich durch verschiedene Annahmen zur globalen Entwicklung insgesamt und den Umgang der Menschen mit Umweltproblemen. Selbst unter dem günstigsten Szenario wird sich ein Viertel aller heute noch natürlichen Landflächen zum Ende des 21. Jahrhunderts verändern, berichten die Forscher. Knapp zwei Drittel davon auf Grund des Klimawandels und etwa ein Drittel auf Grund der Umwandlung in Nutzflächen.

Der Klimawandel wirkt sich den Angaben zufolge vor allem in höheren Breitengraden nachteilig aus, in den Tropen hat Nutzbarmachung von Naturflächen dramatischere Konsequenzen. Das liegt vor allem daran, dass dort besonders viele Arten auf meist kleineren Raum leben. Der wirtschaftliche Aufstieg einiger tropischer Länder und die damit einhergehende Umweltzerstörung stelle für mehr Vogelarten eine direktere und unmittelbarere Gefahr dar als der Klimawandel, so die Forscher.

Die Wissenschaftler schränken ein, dass ihrer Untersuchung die Annahme zu Grunde liegt, dass die Vögel nicht auf andere Lebensräume ausweichen. Das sei eine Vereinfachung und in weiteren Untersuchungen müssten mehr Details berücksichtigt werden.

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