Wissenschaft
„Lucys Tochter“: Drei Millionen Jahres altes Kinderskelett gefunden

Forscher haben in Äthiopien ein 3,3 Mill. Jahre altes Skelett eines dreijährigen Urmenschen und damit die bislang ältesten Reste eines Kindes ausgegraben.

dpa NAIROBI/LONDON. Forscher haben in Äthiopien ein 3,3 Mill. Jahre altes Skelett eines dreijährigen Urmenschen und damit die bislang ältesten Reste eines Kindes ausgegraben.

Die Skelettreste mit einem gut erhaltenen Schädel haben den Spitznamen „Lucys Tochter“ bekommen, weil die Reste zur selben Gruppe der Urmenschen gehören wie die berühmte Ahnenfrau „Lucy“. Forscher um Zeresenay Alemseged vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig präsentieren ihren Fund im Journal „Nature“ vom Donnerstag.

Der fast vollständig erhaltene Schädel und die übrigen Knochen wurden nahe der Fundstelle von „Lucy“ in der Afar-Region im Osten Äthiopiens gefunden, berichten die Wissenschaftler. Vermutlich wurde die Leiche bereits kurz nach dem Tod bei einer Flut verschüttet und blieb daher weitgehend erhalten. Die Forscher gehen davon aus, dass „Lucys Tochter“ bereits aufrecht gehen konnte. Ihre langen Arme wiesen darauf hin, dass sie sich möglicherweise auch wie ein Affe von Baum zu Baum schwingen konnte.

Als „Homo sapiens“ (verständiger Mensch) ist der Mensch heute die einzige heute lebende Art aus der Familie der Hominiden (Menschenartige). Die meisten Hominiden sind jedoch keine direkten Vorfahren des Menschen, sondern starben wie der Neandertaler aus. „Lucy“ - ein rund 3,3 Mill. Jahre altes Teilskelett - gilt als letzter gemeinsamer Vorfahre mehrerer Abstammungslinien von Hominiden. „Lucy“ wurde als Bezugspunkt für andere Ausgrabungsfunde und als vermeintliche „Mutter der Menschheit“ berühmt.

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