Wissenschaft
Männer beim Sex „hormonell völlig durch den Wind“ - bei Kröten

Wer in seinem Gartenteich in diesen Wochen drei bis vier aneinander geklammerte Erdkröten findet, sollte sich nicht wundern. „Das ist der jährlich zur Paarungszeit immer wieder zu beobachtende Paarungskampf der Männchen um die Weibchen.“

dpa BERLIN. Wer in seinem Gartenteich in diesen Wochen drei bis vier aneinander geklammerte Erdkröten findet, sollte sich nicht wundern. „Das ist der jährlich zur Paarungszeit immer wieder zu beobachtende Paarungskampf der Männchen um die Weibchen.“

Das sagte der Biologe Severin Zillich vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur. Dabei befinde sich das Weibchen meist in der Mitte der kämpfenden Rivalen. Es sei mindestens drei Mal so groß, wie die Männchen.

„Die wesentlich kleineren Männchen sind während der Paarungszeit hormonell völlig durch den Wind“, erklärte der Krötenexperte. Durch den Kampf der männlichen Amphibien werde das Weibchen in einigen Fällen so beschwert, dass es ertrinke. Bis dann die Männchen in ihrem Liebestaumel den Tod des begehrten Objektes feststellten, dauere es häufig eine Weile. „Es kommt sogar manchmal vor, dass sich die männlichen Kröten in ihrem Paarungsdrang aus versehen an anderen Männchen klammern, bis diese einen speziellen Quak-Ton von sich geben, der sagen soll "Lass mich los, ich bin kein Weibchen"“, sagte Zillich.

Überlebt das Weibchen den Paarungskampf mehrerer Rivalen - „das ist der Normalfall“ - sucht es sich einen geeigneten Platz zum Ablaichen und schleppt das Siegermännchen auf dem Rücken mit. „Wenn das Weibchen die Eier ablegt hat, legt das Männchen seine Spermien sofort hinzu“. Die Befruchtung erfolgt außerhalb des Körpers. Die Erdkröte spannt ihre Laichschnüre um Wasserpflanzen oder im Wasser liegende Äste. „Wenn das Ablaichen vorbei ist, löst sich das Männchen üblicherweise aus der Umklammerung.“

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