Wissenschaft
Manche Mammuts waren blond

Die Mammuts mit braunem Fell hatten wahrscheinlich auch blonde Artgenossen. Das haben Wissenschaftler aus Leipzig bei einer Analyse von Erbmaterial aus 43 000 Jahre alten Mammutknochen herausgefunden.

dpa LEIPZIG. Die Mammuts mit braunem Fell hatten wahrscheinlich auch blonde Artgenossen. Das haben Wissenschaftler aus Leipzig bei einer Analyse von Erbmaterial aus 43 000 Jahre alten Mammutknochen herausgefunden.

Damit sei es zum ersten Mal gelungen, ein Gen aus dem Zellkern der ausgestorbenen Elefantenart vollständig zu entziffern, schreiben die Forscher im Fachjournal „Science“ (Bd. 313, S. 62) von diesem Freitag. Die Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck- Instituts für Evolutionäre Anthropologie und der Universität Leipzig entwickelten dafür eine verbesserte Methode zur Genanalyse.

Die Forscher sehen ihre Theorie von blonden Mammuts durch Funde entsprechender Mammuthaare im sibirischen Permafrostgebiet unterstützt. Blonde Mammuts seien besser an die Bedingungen der Eiszeit angepasst gewesen, vermuten die Wissenschaftler und vergleichen dies mit dem ebenfalls hellen Fell der Eisbären. Auch Mäuse, die unter anderem am Strand von Florida leben, tarnen sich mit hellem Fell vor ihren Feinden. Das Gen für die Fellfarbe der Mäuse gleicht dem nun in Mammuts entdeckten Erbmaterial.

Die Wissenschaftler versprechen sich von ihrer Methode zur Genanalyse neue Erkenntnisse über das Aussehen ausgestorbener Arten. Fossilien verraten darüber nur wenig. Die Entschlüsselung von Erbgut ausgestorbener Tiere und Pflanzen ist besonders schwierig, weil das Erbmaterial DNA nach dem Tod allmählich zerfällt.

Dem Leipziger Forscherteam um Michael Hofreiter und Torsten Schöneberg gelang es, zahlreiche DNA-Bruchstücke aus den Mammutknochen zu einem vollständigen Gen zusammenzusetzen. Um die DNA aus dem Knochen herauszulösen, verwendeten die Wissenschaftler mindestens 30 Mal mehr Knochensubstanz als üblich. Die konzentrierten DNA-Bruchstücke vervielfältigten sie mit einer neuen, besonders effizienten Technik.

Beim Zusammensetzen der Stücke fanden die Forscher zwei Varianten des so genannten Melanocortin-Typ-1-Rezeptor-Gens. Es bestimmt bei Säugetieren zusammen mit anderen Genen die Haut- und Fellfarbe. Die eine Variante ist bei Mammuts verantwortlich für braunes Fell. Die zweite Variante hat diese Funktion nicht und verursacht deshalb hellbraunes bis blondes Fell. Auch bei Menschen gibt es diese Genvariante - sie haben dann rotes Haar und sehr helle Haut.

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