Wissenschaft
Mars Express findet weitere Eisvorkommen

Die europäische Raumsonde „Mars Express“ hat mit einem Spezialradar mehr als einen Kilometer tief in den Boden des Roten Planeten geschaut und dabei weitere Hinweise auf Wassereis entdeckt. Das Eis in der Gegend des Nordpols sei nur zu zwei Prozent verunreinigt.

dpa PARIS/WASHINGTON. Die europäische Raumsonde „Mars Express“ hat mit einem Spezialradar mehr als einen Kilometer tief in den Boden des Roten Planeten geschaut und dabei weitere Hinweise auf Wassereis entdeckt. Das Eis in der Gegend des Nordpols sei nur zu zwei Prozent verunreinigt.

Das berichtet Giovanni Picardi von der Universität Rom in einer Online-Veröffentlichung der US-Zeitschrift „Science“ (DOI: 10.1 126/science.1 122 165) von diesem Donnerstag. In tieferen Zonen bestehe der Boden aus Sand, der durch Wassereis wie Beton zusammengebacken sei.

Die Sonde der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) hatte mit Hilfe ihres Instruments „Marsis“ (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionospheric Sounding) aus 250 bis 800 Kilometern Höhe den Marsboden durchleuchtet. Das Eis sei minus 33 Grad kalt, hieß es.

Andere Untersuchungen ließen darauf schließen, dass der Rote Planet in seiner Jugend vor vier Mrd. Jahren zum Teil von Wasser bedeckt gewesen sei. Verschiedene Marssonden hatten bereits zahlreiche Hinweise auf Wassereis und früheres flüssiges Wasser geliefert. Viele Forscher verbinden mit der Anwesenheit von Wasser auf dem Mars die Hoffnung, dass sich hier einst Leben entwickelt hat und noch Fossilien von Mikroorganismen zu finden sind.

Nicht nur am Nordpol des Roten Planeten gibt es Hinweise auf unterirdisches Eis . „In Äquatornähe gibt es einen mit schmutzigem Eis zugeschütteten Einschlagkrater, der von oben praktisch nicht mehr zu sehen ist“, erläuterte Esa-Missionsanalytiker Michael Khan vom Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum Esoc in Darmstadt. Der Krater ist mehr als 200 Kilometer groß.

Die Esa-Sonde soll Khan zufolge nun nach möglichem flüssigen Wasser Ausschau halten. „Ausgedehnte Ozeane gibt es zwar seit mindestens 3,5 Mrd. Jahren nicht mehr auf dem Mars, aber lokal hat es flüssiges Wasser auf dem Roten Planeten auch in seiner jüngeren Geschichte gegeben“. Das zeigten die beobachteten Erosionsspuren, erläuterte Khan. „Vermutlich kommt so etwas auch jetzt und in Zukunft noch vor.“

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