Wissenschaft
Max-Planck-Direktor zweifelt an US-Stammzellerfolg

Der renommierte deutsche Genforscher Hans Schöler hat Zweifel an der von US-Forschern präsentierten Gewinnung menschlicher embryonaler Stammzellen ohne Zerstörung von Embryonen.

dpa MüNSTER. Der renommierte deutsche Genforscher Hans Schöler hat Zweifel an der von US-Forschern präsentierten Gewinnung menschlicher embryonaler Stammzellen ohne Zerstörung von Embryonen. „Ich will nicht sagen, dass das nicht möglich ist, aber das wurde in dieser Arbeit nicht gezeigt“, urteilte der Direktor am Münsteraner Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin am Freitag.

Die Forscher um Robert Lanza von der US-Firma Advanced Cell Technology (ACT) hätten den Eindruck erweckt, sie hätten 16 menschlichen Embryonen je eine Zelle, eine so genannte Blastomere, entnommen und aus diesem Vorrat am Ende zwei Stammzelllinien gewonnen. Tatsächlich seien manchen Embryonen jedoch mehrere Blastomeren entnommen worden, wie auch das veröffentlichende Fachjournal „Nature“ in einer Korrektur eingeräumt hatte. „Letztendlich wurden aus 91 Blastomeren zwei Stammzelllinien abgeleitet, und offensichtlich sind dabei die Embryonen völlig in Blastomeren zerlegt worden“, argumentiert Schöler.

Das Team um Lanza berichtet in einer Online-Vorabveröffentlichung von „Nature“ über seine Versuche. Die Studie hatte auch in Deutschland die Diskussion um die Stammzellforschung neu entfacht.

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