Wissenschaft
Mediziner erwarten bis zu 60 Prozent weniger Gebärmutterhalskrebs

Dank eines vor wenigen Wochen neu eingeführten Impfstoffes erwarten Mediziner einen Rückgang beim Gebärmutterhalskrebs von bis zu 60 Prozent. Voraussetzung sei allerdings eine hohe Impfrate in der Bevölkerung.

dpa DüSSELDORF. Dank eines vor wenigen Wochen neu eingeführten Impfstoffes erwarten Mediziner einen Rückgang beim Gebärmutterhalskrebs von bis zu 60 Prozent. Voraussetzung sei allerdings eine hohe Impfrate in der Bevölkerung.

Das sagte der Direktor der Poliklinik für Dermatologie und Venerologie Rostock, Prof. Gerd Gross, am Donnerstag in Düsseldorf. Empfehlenswert sei die Impfung nicht nur für Mädchen ab dem neunten Lebensjahr, sondern auch für Jungen im selben Alter, da sie später auch an der Verbreitung dieser sexuell übertragbaren Krebsart beteiligt seien. Dies empfahl Gross beim Ärztekongress der Düsseldorfer Medizinmesse Medica.

Der Gebärmutterhalskrebs, an dem bundesweit jährlich rund 7 000 Frauen in Deutschland neu erkranken und etwa 2000 sterben, wird durch Humane Papillomaviren (HPV) verursacht. Etwa 70 Prozent der sexuell aktiven Menschen in Deutschland kämen damit im Laufe ihres Lebens - zumeist beim Geschlechtsverkehr - mindestens einmal in Kontakt. Der neue Impfstoff gegen HPV, die ebenso Genitalwarzen verursachten, bedeute eine medizinische „Revolution“ und schlage eine neue Seite in der Krebsbekämpfung auf, betonte Gross. In etwa drei Jahren sei nach seiner Einschätzung auch ein Impfstoff gegen Genital-Herpes zu erwarten.

Infolge der Infektion mit Chlamydien-Bakterien seien schätzungsweise 100 000 Frauen im gebärfähigen Alter in Deutschland ungewollt kinderlos, erklärte Gross weiter. Die Gefahr durch sexuell übertragbare Bakterien-Infektionen, die in Entwicklungsländern wie auch in Europa tödlich enden können, ist nach Einschätzung des Mediziners durch die Diskussion um HIV und Aids „kaum ins Bewusstsein der Bevölkerung gedrungen“.

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