Wissenschaft
Mediziner: Schnarchen bei Kindern untersuchen lassen

Schnarchen kann bei Kindern zu schlechteren Schulleistungen führen. Das Schnarchen sei ein Hauptsymptom der so genannten schlafbezogenen Atmungsstörungen, schreibt ein Team um Prof. Christian Poets vom Universitätklinikum Tübingen in der „Monatsschrift Kinderheilkunde“ (Bd. 155, S. 608).

dpa HEIDELBERG/TüBINGEN. Schnarchen kann bei Kindern zu schlechteren Schulleistungen führen. Das Schnarchen sei ein Hauptsymptom der so genannten schlafbezogenen Atmungsstörungen, schreibt ein Team um Prof. Christian Poets vom Universitätklinikum Tübingen in der „Monatsschrift Kinderheilkunde“ (Bd. 155, S. 608).

Einer älteren Untersuchung zufolge schnarchen etwa zehn Prozent aller Grundschüler regelmäßig. Die Häufigkeit der therapiebedürftigen Atmungsstörungen werde auf ein bis drei Prozent der Grundschüler geschätzt, schreiben Poets und Kollegen.

Besonders gefährdet seien Kinder, die Übergewicht haben, deren Eltern rauchen oder die häufig an Infekten der Atemwege leiden. Jungen seien häufiger betroffen als Mädchen. Werde eine schlafbezogene Atmungsstörung nicht erkannt und behandelt, könne sie im schlimmsten Fall zu Wachstumsstörungen sowie schlechteren Gedächtnis- und Schulleistungen führen.

Eine solche Atemstörung lasse sich in 76 bis 90 Prozent der Fälle durch eine Operation beheben, bei der störendes Gewebe entfernt werde. Eine sanftere, aber länger dauernde Methode seien Atemhilfen: Der Einsatz einer Gaumenplatte oder Zahnspange führe zu einer 70- prozentigen Reduzierung der Atempausen, schreiben die Mediziner.

Schlafbezogenen Atemstörungen würden oft übersehen, weil bei gewöhnlichen Arztbesuchen nicht danach gefragt werde. Kinder mit Tagesmüdigkeit, Konzentrationsmangel, hyperaktivem Verhalten und Schulproblemen sollten daher auf diese Atemstörungen hin untersucht werden.

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