Wissenschaft
Mediziner: Sekundenschlaf ist gut zu therapieren

Obwohl er gut zu behandeln ist, scheuen nach Expertenansicht viele Menschen in Deutschland eine Therapie des sogenannten Sekundenschlafs.

dpa DüSSELDORF. Obwohl er gut zu behandeln ist, scheuen nach Expertenansicht viele Menschen in Deutschland eine Therapie des sogenannten Sekundenschlafs.

Das Wegnicken während des Tages werde ebenso wie andere Konzentrationsstörungen durch kurze Atemstillstände während der Nacht hervorgerufen, sagte Prof. Winfried Randerath, Chefarzt im Solinger Krankenhaus Bethanien, der Deutschen Presse- Agentur dpa. Randerath gehört zu den Organisatoren der bis Samstag in Düsseldorf stattfindenden Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Die Therapie gegen den Sekundenschlaf sei eine „der wirksamsten, die wir in der Medizin haben“, betonte der Mediziner. Der Patient müsse dabei während des Schlafes eine spezielle Maske tragen. Von schlafbezogenen Krankheiten seien Schätzungen zufolge bis zu 30 Prozent der Bevölkerung betroffen. Neben schlafbezogenen Atemstörungen mit dem Sekundenschlaf als Folge gebe es auch Ein- und Durchschlafstörungen, sogenannte Insomnien, und Bewegungskrankheiten wie unruhige Beine (Restless Legs Syndrom).

Forschungen aus den USA zufolge sei die Unfallhäufigkeit bei Menschen mit schlafbezogenen Atemstörungen sieben Mal höher als in der übrigen Bevölkerung. Nach der Therapie schliefen die Patienten wieder durch und seien tagsüber konzentrierter. „Das Unfallrisiko sinkt“, sagte Randerath.

Mittlerweile werde dem Thema auch seitens der Politik größere Aufmerksamkeit gewidmet. Es gebe Pläne, Berufskraftfahrer auf Schlaferkrankungen zu untersuchen oder zumindest zu befragen, sagte Randerath. Therapierte Patienten ließen sich schnell wieder in den Berufsalltag eingliedern. Dennoch hätten viele Menschen Angst, mit der Krankheit zum Arzt zu gehen.

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