Wissenschaft
Mensch nicht alleinverantwortlich für Ende der Mammuts

London (dpa) ­ Am Aussterben der Mammuts und Urwildpferde in Nordamerika vor mehr als 10 000 Jahren scheint der Mensch nicht allein schuld zu sein.

London (dpa) ­ Am Aussterben der Mammuts und Urwildpferde in Nordamerika vor mehr als 10 000 Jahren scheint der Mensch nicht allein schuld zu sein. Einer neuen Untersuchung zufolge haben natürliche Klimaschwankungen und umgreifende ökologische Veränderungen das bislang rätselhafte Massensterben in der prähistorischen Tierwelt zumindest mitverursacht.

Dies berichtet der US-Forscher Dale Guthrie im Fachblatt „Nature“ (Bd. 441, S. 207) vom Donnerstag. Im Pleistozän, das den Zeitraum von vor rund 1,8 Mill. bis vor etwa 11 000 Jahren umfasst, bevölkerten zahlreiche große Säugetiere die Erde. Gegen Ende dieser Periode, beim Übergang zum Holozän, starben etliche dieser Großsäuger aus. Warum, ist unter Forschern umstritten. Guthrie von der University of Alaska (Fairbanks) bestimmte nun das genaue Alter von mehr als 600 Knochenresten von fünf Großsäugern aus Alaska und dem angrenzenden Yukon-Territorium. Neben den ausgestorbenen Mammuts und den Urpferden waren unter den Proben auch solche Arten, die Übergangszeit überlebt hatten: Bisons, Wapiti-Hirsche und der Mensch.

Die Auswertung ergab, dass einige der vorher angestellten Überlegungen zu den möglichen Ursachen des Massensterbens nicht stimmig sind. Nach der „Keystone“-Hypothese etwa führte die Jagd des Menschen auf die grasenden Mammuts dazu, dass die Vegetation sich änderte und nachfolgend dann auch andere Tierarten wie die Urpferde ausstarben. Tatsächlich aber, so zeigte die Untersuchung, nahm die Zahl der Urpferde wahrscheinlich schon gut ein Jahrtausend vor dem Rückgang der Mammut-Populationen ab.

Auch die „Blitzkrieg-Hypothese“, nach der die Ankunft des Menschen in Amerika und ihre Jagd auf die Tiere ein plötzliches Verschwinden der Tiere verursachte, wird durch die neuen Daten nicht bestätigt. Der Mensch könne einen Anteil haben an ihrem Verschwinden in Alaska und dem Yukon-Territorium, wohl aber kaum allein dafür verantwortlich sein, schreibt Guthrie. Klimatische Veränderungen wie die stetige Erhöhung der Durchschnittstemperaturen beim Übergang vom Pleistozän zum Holozän und nachfolgende ökologische Veränderungen passten besser zu den Daten und scheinen als Erklärung für das Massensterben treffender zu sein.

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