Wissenschaft
Menschliches Gen lässt auch Mäuse die Welt in Farbe sehen

Ein genetischer Trick ermöglicht Mäusen, die Welt erstmals in voller Farbenpracht zu sehen. Diese Fähigkeit ist normalerweise auf Menschen und Affen beschränkt, während Mäuse und alle anderen Säugetiere nur begrenzt Farben wahrnehmen können.

dpa WASHINGTON. Ein genetischer Trick ermöglicht Mäusen, die Welt erstmals in voller Farbenpracht zu sehen. Diese Fähigkeit ist normalerweise auf Menschen und Affen beschränkt, während Mäuse und alle anderen Säugetiere nur begrenzt Farben wahrnehmen können.

Jetzt verpflanzten US-Forscher ein menschliches Gen in die Netzhaut der kleinen Nager und stellten fest, dass auch diese trichromatisch zu sehen begannen. Das Experiment simuliert den evolutionären Prozess, durch den die Urahnen der Primaten einen dritten visuellen Rezeptor für die Wahrnehmung von Farben bekamen, erläutern Gerald H. Jacobs von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara und Kollegen im Fachjournal „Science“ (Bd. 315, S. 1 723) vom Freitag.

Experten datieren die Entstehung des Farbsehens bei den Vorfahren der Primaten etwa 40 Mill. Jahre zurück. Es befähigt Menschen und Affen, auch die langen Wellenlängen des Lichts wahruznehmen, also rote Farben zu sehen. Dagegen sind Mäuse und die meisten anderen Säugetiere nur mit Rezeptoren für kurze und mittlere Wellenlängen (Blau und Grün) ausgestattet.

Fraglich war, ob das menschliche Gen für den Rot-Rezeptor die Mäuse befähigen würde, die langen Wellenlängen nicht nur aufzunehmen, sondern im Hirn auch zu verarbeiten. Der Nachweis erforderte mehr als 10 000 Versuche, schreibt das Team in „Science“. Am Ende - mit jeweils einem Tropfen Sojamilch als Belohnung - gelang es dem Team, die kleinen Nager zu einer Reaktion auf die erweiterte Farbpalette zu dressieren.

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