Wissenschaft
Merkel: Gute Forschung braucht Geld und mehr Freiräume

Die Bundesregierung will nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Forschungsbedingungen verbessern. Gute Forschung benötige nicht nur Geld, sondern auch vernünftige rechtliche Strukturen und Freiräume.

dpa BERLIN. Die Bundesregierung will nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Forschungsbedingungen verbessern. Gute Forschung benötige nicht nur Geld, sondern auch vernünftige rechtliche Strukturen und Freiräume.

Das sagte Merkel auf der Jahresversammlung der größten deutsche Forschungsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft in Berlin. Im EU-Vergleich könne Deutschland mit seiner Wertschöpfung aus bestimmten Forschungsbereichen nicht immer zufrieden sein. Dies müsse besser werden, sagte die Kanzlerin nach Angaben einer Sprecherin.

Ausdrücklich lobte die Kanzlerin die Exzellenzinitiative zur Bildung von Elite-Universitäten in der Forschung. Es sei richtig, Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Universitäten offen beim Namen zu nennen. Auch bei künftigen Wettbewerbsrunden dürfe allein die Leistung das alleinige Vergabekriterium für das zusätzliche Geld sein. „Aus der Exzellenzinitiative darf keine Regionalinitiative werden“, sagte Merkel. Eine Jury wird am 19. Oktober in Bonn die in der zweiten Runde der Initiative zu fördernden Universitäten auswählen.

Helmholtz-Präsident Jürgen Mlynek begrüßte Überlegungen der Regierung, ins Ausland ausgewanderte deutsche Forscher mit einem „Wissenschafts-Freiheitsgesetz“ zur Rückkehr in die Bundesrepublik zu bewegen. Dafür müsse sich etwas in der Gehaltsstruktur ändern. Die im öffentlichen Dienst üblichen Konditionen seien für solche Top-Leute nicht ausreichend. „Wenn man ein international wettbewerbsfähiges Gehaltssystem will, dann kostet das natürlich auch etwas.“

Die Helmholtz-Gemeinschaft blickt nach Aussage ihres Präsidenten optimistisch in die Zukunft. Ihr Etat steige 2008 erneut um drei Prozent - auf insgesamt 2,35 Mrd. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter in ihren 15 Forschungszentren sei inzwischen auf 26 558 gewachsen.

Zur Helmholtz-Gemeinschaft zählen unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum, die großen Umwelt-Zentren in Jülich und Karlsruhe, die aus der Atomforschung hervorgegangen sind, oder das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Rund 700 Mill. der 2,35 Mrd. Euro sind inzwischen im Wettbewerb eingeworbene Forschungsmittel. 500 Mill. davon kommen vom Staat, 120 Mill. aus der Wirtschaft und 80 Mill. aus Brüssel. Mlynek geht davon aus, dass die Einnahmen aus Brüssel in den nächsten Jahren noch steigen werden.

Man werde Bund und Ländern eindringlich empfehlen, ihren „Pakt für die Forschung“ auch über 2010 hinaus fortzusetzen. Darin haben sich beide Seiten verpflichtet, die Ausgaben für die großen deutschen Forschungsorganisationen jährlich um drei Prozent zu steigern. „Wir sind Spitze bei der Nachwuchsförderung, tun etwas für die Frauenförderung und setzen bei der Forschung auf Kooperation unterschiedlichster Partner“, sagte Mlynek.

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