Wissenschaft
Mit neuem Lack gegen Graffiti

Potsdamer Forscher haben einen speziellen Lack zum Schutz historischer Gebäude vor Graffiti entwickelt. Der Anstrich sei durchlässig für Wasserdampf, teilt das Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung mit. Daher könne das Gebäude trotz Anstrich "atmen" und schimmele nicht so leicht, wie bei herkömmlichen Schutzschichten.

dpa POTSDAM. Potsdamer Forscher haben einen speziellen Lack zum Schutz historischer Gebäude vor Graffiti entwickelt. Der Anstrich sei durchlässig für Wasserdampf, teilte das Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung am Dienstag in Potsdam mit.

Daher könne das Gebäude trotz Anstrich "atmen" und schimmele nicht so leicht, wie bei herkömmlichen Schutzschichten. Außerdem lasse sich der neue Lack leicht wieder abwaschen, was bei denkmalgeschützten Gebäuden nötig sei.

Viele solcher Bauwerke sind mit Graffiti überzogen. Oft lassen sich die Schmierereien jedoch nur mit ätzenden Lösungen wieder entfernen, die die Bausubstanz angreifen. Denn historische Bauten bestehen meist aus porösem Material wie Naturstein oder Ziegeln. Die Farbe dringt tief in die Poren ein und ist dann selbst mit Hochdruckreinigern oder Lösungsmitteln nicht mehr zu beseitigen.

Die bisher bekannten Polymerschichten seien nicht atmungsaktiv gewesen und daher schimmelten oder versalzten die Bauwerke leicht, erläuterte der Entwickler des neuen Lacks am Fraunhofer-Institut in Potsdam-Golm, André Laschewsky. Mit dem nun entwickelten Anstrich habe man diese Probleme gelöst.

"Unser neuartiger Polymerfilm verschließt die Poren, so dass Graffitifarbe nicht eindringt. Wasserdampf kann dennoch gut aus dem Gebäude entweichen", sagte Laschewsky. "Die wasserabweisende Schicht, die das Polymer an der Oberfläche automatisch ausbildet, hat Minilücken und lässt Wasserdampf durch, während Regenwasser an ihr abprallt." Muss die Schicht vom Gebäude entfernt werden, behandelt man es mit einer schwach basischen Lake. Die Schicht ändert sich dann chemisch und lässt sich abwaschen. Erste Feldtests hat das Polymer laut Mitteilung bereits gut überstanden.

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