Wissenschaft
Muschel-Gecko-Kleber hält superfest auch unter Wasser

London (dpa) ­ Extrem haftfest und auch unter Wasser klebrig: Diese Eigenschaften zeichnen einen neuen Superkleber aus, den US-Forscher nach dem Vorbild von Geckofüßen und Muscheln entwickelt haben.

London (dpa) ­ Extrem haftfest und auch unter Wasser klebrig: Diese Eigenschaften zeichnen einen neuen Superkleber aus, den US-Forscher nach dem Vorbild von Geckofüßen und Muscheln entwickelt haben.

Mit dem Kleber namens Geckel lasse sich Material selbst in feuchter Umgebung wie eine Haftnotiz wiederholt ablösen und ankleben, berichten die Wissenschaftler im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 448, S. 338) vom Donnerstag. Anwendungsgebiete lägen in der Medizin, der Industrie und dem Militär.

Die Forscher um Haeshin Lee von der Northwestern University (Evanston/US-Staat Illinois) tauften das synthetische Material Geckel nach den Worten Gecko und Muschel. Dass Geckos problemlos an Wänden und auch unter einer Decke laufen können, liegt an den unzähligen gespaltenen Härchen unter ihren Füßen. Sie vergrößern die Oberfläche erheblich, mit der sich das Tier anhaftet. Analog dazu bauten die Forscher die Oberfläche des synthetischen Klebers aus zahlreichen winzigen Säulen auf. Jede einzelne Säule hatte eine Höhe von nur 600 Nanometern (Millionstel Millimeter) und einen Durchmesser von 400 Nanometern.

Da allerdings die Klebkraft der Gecko-Füße in feuchter Umgebung merklich nachlässt, beschichteten die Wissenschaftler diese Säulen mit einer Substanz namens Dopa. Aus früheren Untersuchungen wussten sie, dass diese Aminosäure in hoher Konzentration in den Klebeproteinen von Muscheln zu finden ist. Damit können Muscheln sich auch unter Wasser an unterschiedlichste Oberflächen anhaften.

Versuche mit einem Rasterkraftmikroskop belegten die enorme Klebkraft des Materials. Der Klebstoff ließ sich zudem mehr als 1 000 Mal von einer Oberfläche ablösen, ohne dass die Haftfestigkeit erheblich nachließ. In feuchter Umgebung stieg die Klebkraft im Vergleich zu unbeschichteten Material um das 15fache an. Die Herausforderung bestehe nun darin, das in mikroskopischen Maßstäben getestete Material auch auf größeren Flächen anzuwenden, schreiben die Forscher.

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