Wissenschaft
Mythos von wortkargen Männern und redseligen Frauen widerlegt

Männer reden genauso viel wie Frauen. Das fand ein Psychologenteam zumindest für Studenten heraus. Es räumt so mit dem Mythos von angeblich geschwätzigen Frauen und wortkargen Männern auf.

dpa WASHINGTON. Männer reden genauso viel wie Frauen. Das fand ein Psychologenteam zumindest für Studenten heraus. Es räumt so mit dem Mythos von angeblich geschwätzigen Frauen und wortkargen Männern auf.

Die Untersuchung mit knapp 400 Studenten in den USA und Mexiko ergab, dass Menschen beider Geschlechter etwa gleich gesprächig sind und pro Tag durchschnittlich 16 000 Worte von sich geben. Dies Ergebnis stellt das Team um Matthias Mehl von der Universität von Arizona in Tuscon im Wissenschaftsmagazin „Science“ vom Freitag vor.

Demnach gibt es tatsächlich gewaltige Unterschiede in der „verbalen Aktivität“ einzelner Menschen, bestätigen die Forscher. Allerdings basierten diese Differenzen nicht auf dem Geschlecht, sondern auf der Persönlichkeit der Individuen. So erstreckte sich die Bandbreite innerhalb des „starken Geschlechts“ von 500 Worten, dem Tagessatz des schweigsamsten Studienteilnehmers, bis zu 47 000 Worten, dem Redeschwall seines gesprächigsten Geschlechtsgenossen.

Das Team um Mehl hatte ein kleines Gerät entwickelt, das sich alle 12,5 Minuten einschaltete und die gesprochenen Worte seines Trägers für 30 Sekunden aufnahm, ohne dass sich dieser des Prozesses bewusst war oder ihn beeinflussen konnte. Am Ende wurde die Wortzahl pro Teilnehmer auf den Tag hochgerechnet. Während sie mit ihrer Methode höchst zufrieden ist, räumt die Gruppe ein, dass sie die Studie erst noch auf andere Bevölkerungskreise ausdehnen will, bevor sie zu einer endgültigen Aussagen gelangt.

Mit ihren Daten treten die Psychologen dennoch bereits jetzt gegen ein in den USA verbreitetes Vorurteil an. Danach sprechen Frauen fast drei Mal so viel wie Männer, nämlich 20 000 im Vergleich zu 7 000 Wörter am Tag. Das Stereotyp stamme von einer amerikanischen Neuropsychiaterin, deren unfundierte Angaben seit 15 Jahren von US-Medien verbreitet würden, schreiben die Forscher.

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