Wissenschaft
Neue Spekulationen über Ötzis Tod

Rund 16 Jahre nach dem Fund von Ötzi gibt es neue Spekulationen über die Todesursache der Gletschermumie. Der Mann aus dem Eis sei wahrscheinlich an einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben, teilte die Europäische Akademie Bozen mit und verweist unter anderem auf computertomographische Untersuchungen.

dpa BOZEN. Rund 16 Jahre nach dem Fund von Ötzi gibt es neue Spekulationen über die Todesursache der Gletschermumie. Der Mann aus dem Eis sei wahrscheinlich an einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben, teilte die Europäische Akademie Bozen mit und verweist unter anderem auf computertomographische Untersuchungen.

Ötzi soll zunächst von einem Pfeil an der Schulter getroffen worden sein, sei aber nicht daran gestorben. Dann habe er einen schweren Schlag auf den Kopf erlitten und sei daraufhin mit dem Rücken nach unten auf einen Stein gefallen.

Die unnatürliche Haltung der Leiche mit einem über die Brust gedrehten Arm weise darauf hin, dass Ötzi noch vor der Leichenstarre auf den Bauch gedreht wurde, um den Pfeil aus dem Körper zu ziehen. Ein interdisziplinäres Forschungsteam mit dem Wiener Archäologen Andreas Lippert, den Bozener Radiologen Paul Gostner und Patrizia Pernter sowie dem Gerichtsmediziner Eduard Egarter Vigl hatte die 5 300 Jahre alte Mumie erneut eingehend untersucht. Die neuen Ergebnisse widerlegen die bisherige Theorie, wonach Ötzi die Position im Schlaf eingenommen haben könnte oder sein Körper durch Gletscherbewegungen verschoben worden sei.

Ebenso widerlegen die Forscher die These, dass Ötzi innerhalb weniger Minuten verblutete. Ein Team aus Zürich und Bozen hatte zuvor angenommen, dass der Mann von hinten von einem Pfeil getroffen wurde und sehr rasch starb, weil dabei eine große Arterie der linken Schulter verletzt wurde.

Die Gletschermumie war 1991 von dem deutschen Ehepaar Simon in den Ötztaler Alpen gefunden worden. Seither gab es immer neue Erkenntnisse über seine Todesursache und seine Lebensumstände.

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