Wissenschaft
Neues Alarmsystem sagt Malaria-Epidemien voraus

Ein neues Computermodell kann Malaria- Epidemien bis zu fünf Monate im Voraus ankündigen. Das Demeter genannte Prognosesystem basiert auf der Erkenntnis, dass bestimmte Klimabedingungen sowohl die Malaria-Parasiten selbst als auch die Erreger übertragenden Moskitos begünstigen.

dpa JOHANNESBURG/LONDON. Ein neues Computermodell kann Malaria- Epidemien bis zu fünf Monate im Voraus ankündigen. Das Demeter genannte Prognosesystem basiert auf der Erkenntnis, dass bestimmte Klimabedingungen sowohl die Malaria-Parasiten selbst als auch die Erreger übertragenden Moskitos begünstigen.

Es wurde rückwirkend erfolgreich an Malaria-Epidemien zwischen 1982 und 2002 in Botswana getestet, wie die afrikanischen, britischen und amerikanischen Entwickler im Fachblatt „Nature“ (DOI: 10.1 038/nature04503) von diesem Donnerstag berichten.

Durch Malaria kommen jedes Jahr rund eine Million Menschen ums Leben, mehr als 300 Mill. erkranken. Obwohl die Krankheit in den geeigneten Klimazonen weltweit auftritt, werden rund 90 Prozent der Fälle in Afrika registriert. Malaria-Epidemien tragen zwar nur einen vergleichsweise geringen Teil zur Gesamtzahl der Malariafälle bei, sind aber regional von erheblicher Bedeutung. Zudem lassen sie sich beeinflussen, etwa durch den rechtzeitigen Einsatz von Pestiziden gegen die Anopheles-Mücken oder die Einlagerung geeigneter Medikamente.

Im südafrikanischen Staat Botswana hatte das nationale Malaria-Kontrollprogramm bereits ein Frühwarnsystem entwickelt, das unter anderem Niederschläge und Temperaturen misst, und etwa einen Monat im Voraus warnen kann. Das Risiko einer Malaria-Epidemie erhöht sich erfahrungsgemäß nach einer Regenzeit mit ergiebigen Niederschlägen. Durch die Nutzung diverser Klimamodelle gelang es den Forschern um Tim Palmer vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen im britischen Reading nun, die Prognosen vier Monate früher zu präsentieren.

Nach Botswana soll das neue Modell nun auch in anderen Staaten des Südlichen Afrika eingeführt werden. „Diese Studie zeigt, dass der umsichtige Gebrauch von Klimainformationen ein wichtiger Faktor bei der Reduzierung der Folgen dieser verheerenden Krankheit ist“, erklärte der Mediziner Charles Delacollette vom Globalen Malaria- Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO). An der Studie waren außer dem Wetterzentrum in Reading sowie Botswanas Nationalem Malariaprogramm die Universitäten Cambridge (USA) und Liverpool (Großbritannien) beteiligt.

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