Wissenschaft
Neues Antibiotikum wirkt gegen resistente Keime

Braunschweiger Wissenschaftler haben ein neues Antibiotikum entdeckt, das auch gegen gefürchtete resistente Bakterien wirkt. Die Substanz namens MMA wird von einem Bakterium selbst hergestellt, wie die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) am Mittwoch in Braunschweig berichtete.

dpa BRAUNSCHWEIG. Braunschweiger Wissenschaftler haben ein neues Antibiotikum entdeckt, das auch gegen gefürchtete resistente Bakterien wirkt. Die Substanz namens MMA wird von einem Bakterium selbst hergestellt, wie die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) am Mittwoch in Braunschweig berichtete.

Ob sich der Stoff allerdings als neues Medikament gegen Krankheitskeime bei Menschen eignet, wird sich erst in den kommenden Jahren bei zahlreichen Tests zeigen.

Die von GBF-Forschern und Wissenschaftlern aus Indonesien entdeckte Substanz wirkt auch gegen einige multiresistente Keime, die bereits gegen verschiedene Antibiotika unempfindlich geworden sind. Diese Bakterienstämme stellen die Medizin vor große Probleme. „Antibiotika sind unsere schärfste Waffe gegen bakterielle Krankheitserreger“, sagte GBF-Forscherin Gabriella Molinari.

Auch die berüchtigten Methicillin-resistenten Staphylokokken (Mrsa), die in verschiedenen Körpergeweben schwere Entzündungen auslösen können, werden der GBF zufolge durch den neuen Wirkstoff am Wachsen gehindert. Die Forscher hoffen, auch gegen die Darmkrankheiten verursachenden Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) und gegen die besonders gefährlichen Varianten des Krankenhauskeims Burkholderia cepacia ein Mittel gefunden zu haben.

MMA (ausgeschrieben 7-O-malonyl-Macrolactin A) wird in der Natur vom Bodenbakterium Bacillus subtilis hergestellt. Die Forscher vermuten, dass es durch das Ausscheiden der Substanz seine Lebensräume vor anderen Bakterien schützen will. Vermutlich stört MMA gezielt die Zellteilung.

„Die Substanz muss nun zuerst einmal näher untersucht und gründlich erprobt werden“, erklärte GBF-Bereichsleiter Professor Kenneth Timmis. Die Forscher haben ihre Entdeckung im Fachjournal „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“ (Bd. 50, S. 1 701) veröffentlicht.

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