Wissenschaft
Pfeilgiftfrösche haben ihr eigenes Mückenschutzmittel

Pfeilgiftfrösche produzieren in der Haut ihr eigenes Mückenschutzmittel. Mit dem Gift ließen sich Gelbfiebermücken gut abwehren, wie Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften berichten („Pnas“; Online-Vorabveröffentlichungen).

dpa WASHINGTON. Pfeilgiftfrösche produzieren in der Haut ihr eigenes Mückenschutzmittel. Mit dem Gift ließen sich Gelbfiebermücken gut abwehren, wie Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften berichten („Pnas“; Online-Vorabveröffentlichungen).

Die Insekten seien auf Hautproben, die dem Gift behandelt waren, seltener gelandet als auf unbehandelten und hätten auch weniger oft gestochen. Dennoch lasse sich dieser Mückenschutz wahrscheinlich nicht beim Menschen anwenden, schreiben die Wissenschaftler. Er sei im Tierversuch für Mäuse sehr giftig gewesen.

Für ihren Test wählten die Forscher eines von insgesamt mehr als 350 Giften aus der Haut der häufig grell-bunten Tropenfrösche, das so genannte Pumiliotoxin 251d. Sie gaben das Mittel im Labor auf kleine Hautproben, unter denen sich eine für die Mücken verlockende Zuckerlösung befand. Zur Kontrolle wurden manche Hautproben gar nicht oder mit einer weniger giftigen Variante des Mittels behandelt.

Das Gift vertrieb die Mücken nicht nur, es verletzte sie zudem. Einige Mücken konnten von giftbehandelten Hautproben nicht mehr wegfliegen, wie die Gruppe um John Daly von den US-Gesundheitsinstituten in Bethesda (US-Staat Maryland) schreibt. Nach direktem Kontakt mit dem Gift konnten die Insekten der Art Aedes aegypti nicht mehr richtig fliegen und verloren zum Teil sogar ihre Beine.

Die Frösche schützen sich mit dem Gift üblicher Weise gegen ihre Feinde. Nachteil: Beim Test an Mäusen gab es deutliche Nebenwirkungen, wie die Wissenschaftler berichten. Die Nager erlitten Krämpfe und Herzrhythmusstörungen, bei hohen Dosierungen seien sie sogar gestorben.

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