Wissenschaft
Physiker verlangen Forschungsinitiative zum Klimaschutz

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) fordert eine europäische Forschungs- und Entwicklungsinitiative zu Energieversorgung und Klimaschutz.

dpa REGENSBURG. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) fordert eine europäische Forschungs- und Entwicklungsinitiative zu Energieversorgung und Klimaschutz.

Die innovativsten Wissenschaftler und Ingenieure des Kontinents sollten damit zusammengebracht werden, um neuartige Lösungsansätze zu erarbeiten, erklärte DPG-Präsident Eberhard Umbach aus Anlass der Jahrestagung der Gesellschaft am Montag in Regensburg.

Die jüngsten Klimaschutzbeschlüsse der EU gingen zwar „in die richtige Richtung, sind aber bei weitem nicht ausreichend“, sagte Umbach. Der Professor der Würzburger Universität kann sich vorstellen, dass die Bundesrepublik bei solch einer internationalen Initiative die Führung übernimmt. „Deutschland ist auf Grund seiner wissenschaftlichen, technologischen, wirtschaftlichen und industriellen Position ganz eindeutig dazu in der Lage.“

Nach Angaben des DPG-Präsidenten wird Deutschland selbst den eigenen Klimaschutzzielen nur unzureichend gerecht. Seit 1992 habe der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid nur um rund 0,6 Prozent pro Jahr abgenommen. Insgesamt stammten jedoch auch nur drei bis vier Prozent der weltweiten Emissionen aus Deutschland. Umbach sprach sich dafür aus, künftig stärker auf solarthermische Kraftwerke zu setzen. Die Technik dieser Sonnenwärmekraftwerke, bei denen das Sonnenlicht mit Reflektoren gebündelt und dann konzentriert genutzt wird, finde bislang zu wenig Beachtung.

Bei dem Regensburger DPG-Kongress werden bis zum Freitag rund 4 500 Teilnehmer erwartet. Die Wissenschaftler wollen in etwa 4 100 Beiträgen die neuesten Forschungsergebnisse aus allen Bereichen der Physik vorstellen. Schwerpunktthema ist die Festkörperphysik, es wird bei dem Kongress von Weltraumforschung bis Rüstungskontrolle allerdings auch über zahlreiche andere Themen diskutiert. Zudem sollen etwa 300 Lehrer in Workshops erfahren, wie sie Physik den Schülern aktuell und lebendig nahe bringen können. Nach Angaben der Initiatoren handelt es sich um die größte Physikertagung in diesem Jahr in Europa. Die DPG ist die älteste und mit 52 000 Mitgliedern auch die weltweit größte Fachvereinigung für Physiker.

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