Wissenschaft
Pluto verliert seinen Planetenstatus

Pluto hat seinen Status als Planet unseres Sonnensystems verloren. Angesichts der Entdeckung vieler ähnlicher Objekte entzog die Internationale Astronomische Union (IAU) dem Eiszwerg am Rande unseres Systems den Status eines vollwertigen Planeten und degradierte ihn zum Zwergplaneten.

dpa PRAG. Pluto hat seinen Status als Planet unseres Sonnensystems verloren. Angesichts der Entdeckung vieler ähnlicher Objekte entzog die Internationale Astronomische Union (IAU) dem Eiszwerg am Rande unseres Systems den Status eines vollwertigen Planeten und degradierte ihn zum Zwergplaneten.

Damit hat das Sonnensystem nur noch acht statt bisher neun Planeten, Lehrbücher und Lexika weltweit müssen geändert werden. Die Entscheidung gegen Pluto fiel auf Grundlage der ersten wissenschaftlichen Definition des Begriffs Planet, die von den Delegierten zum Abschluss der 26. IAU-Generalversammlung in Prag verabschiedet wurde.

Die acht Planeten der Sonne sind demnach Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Pluto begründet die neue Kategorie der Zwergplaneten. Zwergplaneten sind nach der IAU-Definition trotz ihres Namens keine Planeten. Weitere Mitglieder dieser künftig voraussichtlich rasch wachsenden Kategorie sind der bisherige Planetoid Ceres aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter sowie das erst kürzlich jenseits von Pluto aufgespürte Objekt 2003 Ub313, das von seinen Entdeckern nach der Heldin einer Fantasy-Fernsehserie inoffiziell Xena getauft worden war.

Plutos Begleiter Charon, für den ursprünglich ebenfalls der Planetenstatus diskutiert worden war, bleibt dagegen ein Mond des Zwergplaneten. Die IAU erwartet nach eigenen Angaben schon in den nächsten Monaten weiteren Zuwachs in der Familie der Zwergplaneten. Derzeit würden bereits rund ein Dutzend Kandidaten geführt, teilte die Union nach der Verabschiedung der Definition mit.

Die exakte Planeten-Definition, die bislang nicht existierte, war notwendig geworden, weil durch die immer bessere Beobachtungstechnik die Zahl von Entdeckungen in den Außenbezirken des Sonnensystems ständig steigt. In der jüngeren Vergangenheit hatten bereits mehrere Forschergruppen die Entdeckung eines - damals noch - zehnten Planeten für sich reklamiert. Die offizielle Benennung und Einteilung der Himmelsobjekte behält sich jedoch die 1919 gegründete IAU als Weltverband der Astronomen vor.

Die Delegierten der Generalversammlung hatten bis zuletzt zum Teil heftig über den genauen Text der Planetendefinition debattiert und immer wieder Details verändert. Schließlich stimmte die Mehrheit der Anwesenden für den zentralen Text. Ein Zusatz, die acht Planeten künftig als „klassische Planeten“ zu bezeichnen, fand keine Mehrheit.

Nach der nun beschlossenen Definition sind Planeten unseres Sonnensystems Himmelskörper, die die Sonne umkreisen, genug Masse haben, damit ihre eigene Schwerkraft sie zu annähernd kugelförmiger Gestalt zusammenpresst, und die ihre kosmische Nachbarschaft von anderen Objekten freigeräumt haben. Letzteres trifft auf Pluto und Xena, die sich beide im so genannten Kuiper-Gürtel mit zahlreichen anderen Himmelskörpern bewegen, ebenso wenig zu wie auf Ceres im Asteroidengürtel.

Außer Planeten und Zwergplaneten gibt es künftig nur noch eine Kategorie von Objekten, die die Sonne umkreisen. Unter diesen Kleinkörpern des Sonnensystems („Small Solar-System Bodies“) werden Kometen, Asteroiden und andere kleine Objekte zusammengefasst. Monde, die per Definition einen Planeten umkreisen, bleiben von der Festlegung unberührt.

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