Wissenschaft
Protein in Blättern lässt Blumen blühen

Ein spezielles Protein in den Blättern sorgt nach neuesten Erkenntnissen dafür, dass Pflanzen Blüten ausbilden. Das FT-Protein werde bereits in den grünen Blättern gebildet, wandere durch die gesamte Pflanze bis in die Spross-Spitze und sorge dort für die Ausbildung einer Blütenknospe.

dpa KöLN. Ein spezielles Protein in den Blättern sorgt nach neuesten Erkenntnissen dafür, dass Pflanzen Blüten ausbilden. Das FT-Protein werde bereits in den grünen Blättern gebildet, wandere durch die gesamte Pflanze bis in die Spross-Spitze und sorge dort für die Ausbildung einer Blütenknospe.

Das berichtete das Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung am Freitag in Köln nach gemeinsamen Arbeiten mit dem Imperial College London. Damit sei definitiv die bisherige Annahme widerlegt, dass das Signal zur Blütenbildung erst in den Spross-Spitzen - dem so genannten Wuchskegel - gebildet werde, erklärte eine Sprecherin.

Bei der Modellpflanze Ackerschmalwand (Arabidopsis) hefteten die Kölner Forscher ein grün fluoreszierendes Protein an das FT-Protein, dessen Weg so unter dem Mikroskop verfolgt werden konnte. Dass die Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt - also meistens im Frühling - ihre Blüten bilden, organisieren andere Proteine. Mit molekularen Lichtsensoren in den Blättern können die Pflanzen Veränderungen der Tageslänge, und damit auch die Jahreszeiten, unterscheiden.

Einen Beweis dafür, dass das in den Blättern gebildete FT-Protein die Blütenbildung auslöst, hat den Forschern zufolge auch ein Test mit Mutanten erbracht. Diese können wegen eines fehlenden Gens das FT-Protein nicht selbst bilden. Als diese Mutanten aber von oben auf eine Pflanze mit dem FT-Protein aufgesteckt wurden, durchwanderte das FT-Protein auch die komplette Mutanten-Pflanze und ließ an deren Spitze Blüten entstehen. Japanische Forscher seien bei Experimenten mit Reispflanzen zu den gleichen Ergebnissen gekommen.

Ob das FT-Protein das einzige Signal zur Blütenausbildung sei, bleibe aber zunächst noch unklar, erklärten die Wissenschaftler. Ihre Ergebnisse wurden auch in der Ausgabe des Fachjournals „Science“ (Online-Ausgabe) vom Freitag veröffentlicht. Ein Bericht in „Science“ aus dem Jahr 2005 sei zugleich widerrufen worden.

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