Wissenschaft
Proteinüberangebot ist Ursache für Gelenkrheuma

Jenaer Wissenschaftler sind einer Ursache für rheumatische Arthritis auf die Spur gekommen. Ein Überangebot eines bestimmten Proteins sorge dafür, dass Bindegewebe abgebaut werde und zugleich die Gelenkinnenhaut unkontrolliert wachse, sagte der Biochemiker Dirk Pohlers von der Universität Jena.

dpa JENA. Jenaer Wissenschaftler sind einer Ursache für rheumatische Arthritis auf die Spur gekommen. Ein Überangebot eines bestimmten Proteins sorge dafür, dass Bindegewebe abgebaut werde und zugleich die Gelenkinnenhaut unkontrolliert wachse, sagte der Biochemiker Dirk Pohlers von der Universität Jena.

Das Eiweiß wird als Wachstumsfaktor Pdgf-D bezeichnet. „Möglicherweise könnte die Ausschaltung dieses Faktors den Verlauf der Erkrankung verlangsamen und die Beschwerden lindern.“

Nach Schätzungen von Fachleuten haben bundesweit etwa 800 000 Menschen aller Altersgruppen entzündliches Gelenkrheuma. Die so genannte rheumatoide Arthritis äußert sich durch starke, anhaltende Schmerzen in den Gelenken vor allem der Finger, Zehen und der Knie. Sie wird derzeit vor allem mit entzündungshemmenden Kortisonpräparaten behandelt. Die Patienten müssen die Medikamente häufig ein Leben lang einnehmen und starke Nebenwirkungen in Kauf nehmen.

Pohlers gehört der Arbeitsgruppe Experimentelle Rheumatologie an der Jenaer Universität an. Die Gruppe habe nur eine von mehreren Ursachen für das Volksleiden gefunden, sagte er. Der Biochemiker wurde für die Erkenntnis von der „Stiftung Wolfgang Schulze“ ausgezeichnet, die zur Deutschen Rheuma-Liga gehört. Die Auszeichnung wird jährlich einmal verliehen und ist mit 10 000 Euro dotiert.

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