Wissenschaft
Psychotherapie-Kongress thematisiert Kindesmisshandlungen

Der Kampf gegen Kindesmisshandlungen ist ein Schwerpunktthema des 16. Kongresses für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung in Berlin.

dpa BERLIN. Der Kampf gegen Kindesmisshandlungen ist ein Schwerpunktthema des 16. Kongresses für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung in Berlin.

Bis zum Dienstag wollten sich die rund 1 000 Teilnehmer außerdem mit der aktuellen Gesundheitspolitik, der Arbeit mit älteren Patienten und Nachbardisziplinen wie der Hirnphysiologie beschäftigen, sagte der Psychologe und Mitorganisator des Kongresses, Bernhard Scholten zum Kongressbeginn am Freitag. Veranstalter ist die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (Dgvt).

„Es geht nicht nur darum, im Notfall - also wenn ein vernachlässigtes Kind gefunden wurde - nach schnellen Lösungen zu suchen“, sagte der Psychologe Wolfgang Schreck. „Stattdessen muss dauerhaft ein flächendeckendes Frühwarnsystem etabliert werden.“ Unter dem Motto „Kindeswohlgefährdung - kein Thema für einfache Lösungen“ wollen die Kongressteilnehmer daher auch über eine mögliche Vernetzung und Schulung aller betroffenen Mitarbeiter im sozialen Bereich nachdenken.

Nach Dgvt-Angaben werden fast 60 Prozent der Kinder in Deutschland mit Ohrfeigen „erzogen“, Mehr als 26 Prozent der Minderjährigen bekämen von ihren Eltern sogar regelmäßig Prügel. Diese Form der alltäglichen Gewalt führt nach Dgvt-Angaben oft zu langfristigen Folgen in der Entwicklung der Kinder.

Während des Kongresses soll am Montag die Ehefrau des rheinland- pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD), Roswitha Beck, für ihr Engagement für psychisch kranke und behinderte Menschen mit dem Dgvt-Preis ausgezeichnet werden.

Die Dgvt ist ein bundesweiter Verband mit rund 4 700 Mitgliedern. Sie vertritt seit 1976 die beruflichen und fachlichen Interessen der Verhaltenstherapeuten. Sie hat ihren Sitz in Tübingen und Berlin.

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