Wissenschaft
Radioaktive Strahlung lässt Pilze besser wachsen

Radioaktive Strahlung lässt einige Pilze besser wachsen. Wahrscheinlich nehmen sie die Energie der radioaktiven Strahlen auf und nutzen sie für den Stoffwechsel. Das berichten Forscher um Ekaterina Dadachova vom Albert Einstein College in New York im Journal „Plos One“ (online veröffentlicht).

dpa SAN FRANCISCO. Radioaktive Strahlung lässt einige Pilze besser wachsen. Wahrscheinlich nehmen sie die Energie der radioaktiven Strahlen auf und nutzen sie für den Stoffwechsel. Das berichten Forscher um Ekaterina Dadachova vom Albert Einstein College in New York im Journal „Plos One“ (online veröffentlicht).

Auf der Basis ihrer Resultate vermuten die Wissenschaftler, dass der in den Pilzen gebildete Farbstoff Melanin die Energie der radioaktiven Strahlung aufnimmt und auf Moleküle übertragen kann, die am Stoffwechsel der Pilze beteiligt sind. „Wir schlagen dies vorsichtig vor“ und „dies wirft überraschende Fragen auf“ - so lauten einige behutsame Formulierungen der Autoren.

Die Gruppe hatte durch das Melanin dunkel gefärbte Pilze untersucht, die im Inneren der Reaktor-Ruine von Tschernobyl wuchsen. Diese waren von einem Roboter entdeckt wurden, der das lebensgefährliche Areal erkundete. Ähnlich wie Pflanzen verschiedene Farbstoffe nutzen, um die Energie des Sonnenlichtes „einzufangen“, könnten die Pilze durch Melanin einen Teil der Energie der radioaktiven Strahlen nutzen, erklärte Dadachova.

In ihren Experimenten setzten die Forscher die Pilze einer Strahlung aus, die 500 Mal höher war als die auf der Erde übliche Hintergrundstrahlung. Pilze, die den Farbstoff enthielten, wuchsen daraufhin besser als zuvor, heißt es in „Plos One“. Sie legten schneller an Gewicht zu und bildeten mehr Zellen.

Weitere Hinweise liefern Untersuchungen an den Melanin-Molekülen selbst: Nach der radioaktiven Bestrahlung konnte der Farbstoff eine Schlüsselverbindung des Stoffwechsels (Nadh) vier Mal schneller verändern als nicht bestrahltes Melanin. Etwas ähnliches passiert in der Photosynthese: Eine so genannte Lichtfalle sammelt einen Teil des Lichtes und nutzt diese Energie zum Aufbau von Traubenzucker. Wahrscheinlich habe die Energie der radioaktiven Strahlung einen Einfluss auf die Elektronen im Melanin, heißt es in „Plos One“. Melanin ist auch in Hautzellen des Menschen vorhanden.

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