Wissenschaft: Rätsel um Gesichtstumore bei Tasmanischen Teufeln vermutlich gelöst

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Rätsel um Gesichtstumore bei Tasmanischen Teufeln vermutlich gelöst

Die rätselhaften Gesichtstumore der Tasmanischen Teufel sind möglicherweise eine ansteckende Krankheit. Der tödliche Krebs, der den Bestand des einzigen Fleisch fressenden Beuteltiers Australiens bedroht, wird vermutlich durch Bisse zwischen den Tieren übertragen.

dpa LONDON. Die rätselhaften Gesichtstumore der Tasmanischen Teufel sind möglicherweise eine ansteckende Krankheit. Der tödliche Krebs, der den Bestand des einzigen Fleisch fressenden Beuteltiers Australiens bedroht, wird vermutlich durch Bisse zwischen den Tieren übertragen.

Dies schreibt ein Forscherteam um Anne-Maree Pearse vom tasmanischen Umweltministerium im britischen Fachjournal „Nature“ (DOI: 10.1 038/439549a). Das schließen die Wissenschaftler aus einer weit reichenden Veränderung des Erbguts in den Tumorzellen, die bei allen untersuchten Tieren exakt dieselbe ist.

Bei ihren häufigen Kämpfen fügten sich die Beutelteufel zahlreiche Bisswunden rund ums Maul zu. Dabei würden wahrscheinlich die Krebszellen übertragen. Die Wucherungen eiterten und verhinderten die Nahrungsaufnahme, schließlich verhungern die Tiere. Ansteckende Krebsformen gibt es auch bei Hunden.

Bei Menschen könne Krebs durch kranke Zellen bei Organtransplantationen übertragen werden, schreiben die Forscher weiter. Die Abstoßungsgefahr sei geringer, wenn ein naher Verwandter der Spender ist. Analog dazu könnten bei den Tasmanischen Teufeln der hohe Grad an Verwandtschaft und die geringen genetischen Unterschiede dazu beitragen, dass die Immunabwehr gegen Krebszellen gering ist. In allen untersuchten Tumorzellen war das Erbgut, das bei den Beutelteufeln normalerweise aus 14 Chromosomen besteht, auf dieselbe Weise zu lediglich 13 Chromosomen neu geordnet.

Der rund 70 Zentimeter lange Tasmanische Teufel (Sarcophilus harrisii) heißt so wegen seiner Wildheit, seines schwarzen Fells und den - bei Aufregung - rot leuchtenden Ohren. Er kommt heute nur noch auf der australischen Insel Tasmanien vor. Die kleinen Aasfresser sind von großer Bedeutung für die gesamte Ökologie Tasmaniens.

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