Wissenschaft
Rodungen rauben letzten Zwergelefanten den Lebensraum

Waldrodungen für Plantagen rauben den letzten rund 1 000 Zwergelefanten auf der Insel Borneo nach Befürchtung der Umweltstiftung WWF den Lebensraum. Der World Wide Fund for Nature (WWF) hatte die kaum erforschten Dickhäuter zwei Jahre lang mit Satellitenpeilungen beobachtet.

dpa FRANKFURT/MAIN. Waldrodungen für Plantagen rauben den letzten rund 1 000 Zwergelefanten auf der Insel Borneo nach Befürchtung der Umweltstiftung WWF den Lebensraum. Der World Wide Fund for Nature (WWF) hatte die kaum erforschten Dickhäuter zwei Jahre lang mit Satellitenpeilungen beobachtet.

„Die Zwergelefanten brauchen fürs Überleben Tieflandregenwälder und Flusstäler“, sagte WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler am Mittwoch in Frankfurt am Main. „Das sind genau die Gegenden, die sich auch Industrie und Landwirtschaft aussuchen.“

Die vom Aussterben bedrohten Tiere kommen ausschließlich auf Borneo vor. Erst 2003 hatten Wissenschaftler sie durch Genanalysen als eigene Unterart erkannt. In den vergangenen vier Jahrzehnten sei der Regenwald im malaysischen Bundesstaat Sabah auf Borneo, wo der Großteil der Elefanten lebt, um 40 Prozent geschrumpft, berichtete der WWF. Der Wald sei Äckern, Plantagen und Siedlungen gewichen. Immer öfter komme es dort nun zu Konflikten zwischen Mensch und Elefant, wenn hungrige Tiere die Ernten plünderten, in Ölpalmplantagen einfielen oder Hütten niedertrampelten.

Für die WWF-Studie waren Elefantenkühe aus fünf Herden mit Peilsendern ausgestattet worden. „Erstmals wissen wir jetzt, wo die Elefantenfamilien fressen und schlafen“, sagte Ziegler. Eine Überlebenschance räumen die Umweltschützer den Zwergelefanten ein, wenn die malaysische Regierung ihre Zusage einhält, ein großes Gebiet im Herzen Borneos unter Schutz zu stellen.

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