Wissenschaft
„Rosetta“ holt bei Erdumrundung Schwung

Auf seiner sieben Mrd. Kilometer langen Reise durch das All hat der europäische Kometenjäger „Rosetta“ am Dienstagabend erfolgreich an der Erde Schwung geholt.

dpa DARMSTADT. Auf seiner sieben Mrd. Kilometer langen Reise durch das All hat der europäische Kometenjäger „Rosetta“ am Dienstagabend erfolgreich an der Erde Schwung geholt. Bei dem kritischen Manöver näherte sich die Sonde um 21.57 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 45 000 Kilometern pro Stunde südwestlich von Chile der Erde auf 5 300 Kilometer.

Die drei Tonnen schwere Sonde der Europäischen Raumfahrtagentur Esa war im März 2004 gestartet. Sie soll 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreichen und ihm dann auf seinem Weg in Richtung des inneren Sonnensystems folgen. „Rosetta“ wurde nach dem Stein benannt, mit dessen Hilfe die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen gelang.

Wie schon im März 2005 nutzte die Sonde am Dienstag die Anziehungskraft des Blauen Planeten, um ihre Geschwindigkeit zu erhöhen. „Durch das Manöver beschleunigt die Sonde um rund 10 000 auf 126 000 Kilometer pro Stunde relativ zur Sonne“, sagte Andrea Accomazzo, Leiter der Mission im Europäischen Satellitenkontrollzentrum (Esoc) in Darmstadt. Dabei diente das Gravitationsfeld der Erde auch, um die Flugbahn des Kometenjägers zu verändern. Im Februar 2007 wurde „Rosetta“ bereits 250 Kilometer entfernt vom Mars auf die „richtige Spur“ gebracht.

Auf seiner Bahn durch das Weltall wird der Satellit im November 2009 ein weiteres Mal die Schwerkraft der Erde nutzen. „Bei den sogenannten Swingby-Manövern wird die Sonde jedes Mal auf eine größere Umlaufbahn gelenkt, bis sie schließlich die Flugbahn des Kometen erreicht“, sagte Flugleiter Paolo Ferri.

Von der eine Milliarde teuren Mission, bei der erstmals ein Landegerät auf einem Kometen ausgesetzt wird, erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über die Anfänge des Planetensystems. Außerdem untersuchen sie, welche Rolle Kometeneinschläge bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben.

Kometen gelten als kosmische Archive, da sich die fliegenden Berge aus Eis, Stein und Staub im Gegensatz zu den Planeten seit 4,6 Mrd. Jahren kaum verändert haben. An den „Urgesteinen“ unseres Sonnensystems soll sich die ursprüngliche Verteilung der Elemente ablesen lassen.

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