Wissenschaft
Schavan für nationale Akademie der Wissenschaften

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) befürwortet die Gründung einer deutschen National-Akademie der Wissenschaften in Berlin.

dpa BERLIN. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) befürwortet die Gründung einer deutschen National-Akademie der Wissenschaften in Berlin.

Die deutsche Wissenschaft werde damit die Möglichkeit erhalten, „national wie international mit einer Stimme zu sprechen und zugleich den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik weiter voranzubringen“, sagte Schavan am Mittwoch der dpa.

Am kommenden Dienstag werden die Wissenschafts-Staatssekretäre aus Bund und Ländern erstmals über ein Gründungskonzept mit dem Titel „Deutsche Akademien der Wissenschaften (DAW)“ beraten, auf das sich die verschiedenen Wissenschaftsakademien der Bundesländer verständigt haben. Im Mittelpunkt steht dabei die Bildung eines Konzils mit 200 hochkarätigen Wissenschaftlern aus der Medizin, den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie den Technik- und Naturwissenschaften. Die Mitglieder sollen weitgehend von den Länder-Akademien in das Konzil entsandt werden.

Aufgaben sollen Politikberatung, gesellschaftliche Analyse von Zukunftsproblemen sowie die Repräsentanz der deutschen Wissenschaft im Ausland sein. Für die Geschäftsstelle des Konzils in Berlin wird ein Etat in einstelliger Millionenhöhe angestrebt.

Schavan sagte, bei großen internationalen Forschungsprojekten gebe es immer mehr Abstimmungsbedarf - nicht nur auf Ebene der nationalen Fachminister, sondern auch innerhalb der Wissenschaft selbst. Bei so „hochpolitischen Themen“ wie etwa Energievorsorge oder -effizienz gehe es zum einen in der Wissenschaft um eine fachübergreifende Absprache, zum anderen aber auch um den „fruchtbaren Dialog zwischen Forschung und Politik“.

Ein Konzil mit hochangesehenen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen fördere zudem den fachübergreifenden Dialog. Schavan: „Wir erhoffen uns zugleich eine Quelle von Impulsen für das Erkennen von neuen Zukunfts- und Forschungsthemen sowie das Aufzeigen langfristiger Perspektiven in der Forschungspolitik.“

Bei der Gründung wolle sie Wert darauf legen, dass zugleich „Brücken zwischen den älteren, renommierten Wissenschaftlern und den jungen Nachwuchsforschern gebaut werden“. Notwendig sei ein „generationenübergreifender Dialog in der Wissenschaft“.

Die Ministerin wies Bedenken zurück, mit dem Akademie-Projekt werde neben die bestehenden Wissenschaftsorganisationen wie Max- Planck-Gesellschaft und Deutsche Forschungsgemeinschaft bloß eine weitere Institution gestellt. Natürlich werde jeder Präsident dieser Organisationen auch weiterhin seine Auslandskontakte pflegen. „Aber das neue Konzil kann mit dazu beitragen, Versäulung und Abschottung zwischen verschiedenen Disziplinen weiter abzubauen.“

Nach dem Konzept soll das Konzil der deutschen Akademien der Wissenschaften beim Bundespräsidenten angesiedelt werden, ähnlich wie der Wissenschaftsrat. Das Modell orientiert sich am US-Vorbild, wo die einzelnen Akademien zwar selbstständig arbeiten, aber die gemeinsame Institution „The National Academies“ bilden.

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