Wissenschaft
Schimpansen sorgen nur für sich selbst

Schadenfreude ist Schimpansen fremd, Selbstlosigkeit allerdings auch - unsere nächsten Verwandten kümmern vielmehr vor allem um ihr eigenes Auskommen. Das geht aus einer Studie von Forschern des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie hervor.

dpa LEIPZIG. Schadenfreude ist Schimpansen fremd, Selbstlosigkeit allerdings auch - unsere nächsten Verwandten kümmern vielmehr vor allem um ihr eigenes Auskommen. Das geht aus einer Studie von Forschern des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie hervor.

Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlicht. Das Team um Keith Jensen baute dazu drei verschiedene Versuchsanordnungen auf, in denen es um Essenzielles, nämlich um Futter, ging.

Das durchgängige Ergebnis: „Den Schimpansen waren die Auswirkungen ihres Tuns auf die anderen Tiere völlig egal. Sie entschieden mal so, mal so“, erläuterte Anthropologe Jensen. „Sie schienen einfach nicht auf den anderen Schimpansen zu achten. Ihr Interesse galt ausschließlich dem Futter.“ Das lege den Schluss nahe, „dass die Aversion gegen Ungerechtigkeit, also ein Sinn für Fairness, eine einzigartige menschliche Fähigkeit ist.“

Die elf teilnehmenden Schimpansen hatten die Möglichkeit via Seilzug eine Banane zu sich zu ziehen, während dadurch eine zweite Banane weiter weg rutschte. In der ersten Studie konnten die Menschenaffen, nur sich selbst oder zugleich auch ein zweites Tier mit Futter zu versorgen - untersucht wurde die Selbstsüchtigkeit oder der Gemeinsinn. In den anderen beiden Anordnungen konnten sie per Seilzug darüber entscheiden, ob ein anderer Affe eine Banane bekam oder leer ausging (Selbstlosigkeit), oder sie konnten diesem eine bereits vorliegende Bananen-Belohnung sogar aktiv wegnehmen (Böswilligkeit).

Studien zum mitfühlenden Verhalten von Schimpansen hat es bereits mehrfach gegeben. Dabei waren die Wahlmöglichkeiten der Tiere jedoch geringer, die Aussagen deshalb weniger eindeutig ausgefallen. „Und die Frage der Böswilligkeit ist dabei noch nie untersucht worden“, sagte Jensen.

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