Wissenschaft
Schmerzfrei und ambulant: Impulswellen statt Leberpunktion

Mit mechanischen Impulswellen statt einer Gewebe-Entnahme per Sonde können Ärzte jetzt Leberschäden schmerzfrei, ambulant und frühzeitig feststellen. Dies erklärte am Mittwoch der Direktor der Uni-Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Prof. Dieter Häussinger.

dpa DüSSELDORF. Mit mechanischen Impulswellen statt einer Gewebe-Entnahme per Sonde können Ärzte jetzt Leberschäden schmerzfrei, ambulant und frühzeitig feststellen. Dies erklärte am Mittwoch der Direktor der Uni-Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Prof. Dieter Häussinger.

Erstmals in Deutschland ist an der Universitätsklinik in Düsseldorf ein „Fibroscan“-Gerät im Einsatz, dessen Diagnose-Ergebnis nach Expertenangaben mit den bisher üblichen, komplizierteren Gewebeuntersuchungen nach einer Leberpunktion übereinstimmen.

Das neue Gerät erzeugt die Impulswellen, deren Ausbreitung im Lebergewebe mittels Ultraschall gemessen wird. Diese Geschwindigkeit erlaube Rückschlüsse auf die Festigkeit des Lebergewebes, die wiederum Auskunft über mögliche Erkrankungen des Organs wie Fettleber oder Leberentzündung gibt. So sei etwa die Verformbarkeit der Leber bei einer Zirrhose „deutlich eingeschränkt, somit die Impulswelle schneller“, erklärte Häussinger.

Bisher sei die Leberpunktion mit Gewebeentnahme die einzige Möglichkeit gewesen, schon frühe Schäden der Leber festzustellen. Blutuntersuchungen zeigten erst fortgeschrittene Stadien der Erkrankung an, die dann oft nicht mehr heilbar seien. Ideal sei die nicht-invasive Untersuchungstechnik für alle chronisch Leberkranken zur Verlaufsbeurteilung etwa vor und nach einer Therapie. Allerdings, so sagte der Mediziner, werde die rund 100 Euro teure neue Untersuchungsmethode noch nicht von den Gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

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