Wissenschaft
„Schwanzkamera“ filmt Krähen bei der Nutzung von Werkzeugen

Eine Krähe hat sich erstmals selbst dabei gefilmt, wie sie Werkzeuge zur Futtersuche nutzt. Forscher um den Deutschen Christian Rutz von der Universität Oxford hatten dazu winzige Kameras auf die Schwanzfedern der scheuen Neukaledonien-Krähen geklebt.

dpa LONDON/WASHINGTON. Eine Krähe hat sich erstmals selbst dabei gefilmt, wie sie Werkzeuge zur Futtersuche nutzt. Forscher um den Deutschen Christian Rutz von der Universität Oxford hatten dazu winzige Kameras auf die Schwanzfedern der scheuen Neukaledonien-Krähen geklebt.

Die Aufnahmen zeigten, dass die Vögel unter anderem Stöckchen zu Hilfe nehmen, um an Maden und Käfer zu gelangen, berichten die Wissenschaftler im US-Fachjournal „Science“ (online vorab).

Auch trockene Grashalme, Blattstängel und -stücke kamen beim Stochern im Waldboden und in verrottendem Holz zum Einsatz. Hilfsmittel, die sich besonders bewähren, nehmen die Krähen sogar zum nächsten Futterplatz mit.

Neukaledonien-Krähen (Corvus moneduloides) leben auf der gleichnamigen Insel im Pazifischen Ozean. Dass sie sich lanzettartige Werkzeuge basteln, hatten Biologen vor einigen Jahren bereits im britischen Wissenschaftsmagazin „Nature“ berichtet. Auch Versuche im Labor hatten gezeigt, dass die Tiere sehr geschickt mit Werkzeugen umgehen. Die Krähe Betty zum Beispiel verblüffte Beobachter damit, dass sie gezielt einen Draht zu einem Haken bog, um damit einen kleinen Futterbehälter aus einer Röhre zu angeln.

Als Durchbruch bezeichnen die Forscher die Entwicklung der Mini- Kameras. Damit könnten auch Vögel beobachtet werden, die sehr scheu sind oder in unzugänglichen Gebieten leben. Es sei eine Technologie, die in Zukunft sicher von vielen Verhaltensforschern genutzt werde, betont Rutz, der das Gerät mit seinem Team in zwei Jahren entwickelt hatte.

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