Wissenschaft
Seouler Universität suspendiert Klonforscher Hwang

Der umstrittene Klonforscher Hwang Woo Suk darf vorerst nicht mehr an seiner Universität arbeiten. Die Seouler Nationaluniversität suspendierte Hwang wegen der nachgewiesenen Fälschungen seiner gefeierten Stammzellstudien bis auf weiteres.

dpa SEOUL. Der umstrittene Klonforscher Hwang Woo Suk darf vorerst nicht mehr an seiner Universität arbeiten. Die Seouler Nationaluniversität suspendierte Hwang wegen der nachgewiesenen Fälschungen seiner gefeierten Stammzellstudien bis auf weiteres.

Von der vorläufigen Maßnahme seien zudem sechs Lehrerkollegen Hwangs wegen ihrer Rolle in dem Skandal betroffen, berichtete das Pressebüro der südkoreanischen Hochschule am Freitag. „Mit sofortiger Wirkung können sie an der Universität weder lehren noch Forschung betreiben“, sagte ein Sprecherin und bestätigte damit entsprechende Medienberichte vom Donnerstag. Den sieben Professoren stehe außerdem der mögliche Ausschluss von der Universität bevor. Der Disziplinarausschuss der Hochschule plane weitere Strafmaßnahmen.

Neben dem Hauptautor Hwang waren die anderen sechs Hochschullehrer als Co-Autoren eines oder beider vermeintlich bahnbrechender Artikel aus den Jahren 2004 und 2005 über geklonte embryonale Stammzellen aufgetreten. Eine Untersuchungskommission der Nationaluniversität hatte im Januar mitgeteilt, dass beide Abhandlungen gefälscht wurden. Der Hochschuldirektor Chung Un Chan hatte daraufhin „schwere Strafen“ gegen die Verantwortlichen angekündigt. Das US-Fachjournal „Science“ hatte die beiden Artikel zurückgezogen.

Die Staatsanwaltschaft in Seoul setzte unterdessen am Freitag ihre eigenen Ermittlungen in dem Fälschungsskandal mit der Vernehmung weiterer Co-Autoren der Artikel fort. Hwang und Mitgliedern seines Teams drohen strafrechtliche Konsequenzen, sollte sich herausstellen, dass sie staatliche Forschungszuschüsse veruntreut und gegen das Bioethikgesetz verstoßen haben sollten. Laut Untersuchungen der Rechnungsprüfungsbehörde landeten hohe Geldbeträge, die von Zuschüssen und privaten Spenden für seine Forschung stammten, auf Hwangs eigenen Konten. Auch steht der umstrittene Klonforscher im Verdacht, Mitarbeiterinnen zu Eizellspenden für seine Experimente genötigt zu haben.

Der 53-jährige Tiermediziner hatte bereits im Dezember nach den ersten Enthüllungen verkündet, seinen Lehrstuhl an der Universität zur Verfügung zu stellen. Auch übernahm er später als Hauptautor die Verantwortung für die Verwendung gefälschter Forschungsdaten. Allerdings beschrieb sich Hwang als Opfer eines Komplotts und machte Mitarbeiter für die Manipulationen verantwortlich.

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