Wissenschaft
Sexualforscher diagnostizieren immer mehr Bindungsprobleme

„Was bindet uns?“ Hormone, Gene oder persönliche Erfahrungen? Über verschiedenste Aspekte dieser Frage debattieren von Mittwoch an rund 160 Sexualwissenschaftler aus Mitteleuropa an der Berliner Charité.

dpa BERLIN. „Was bindet uns?“ Hormone, Gene oder persönliche Erfahrungen? Über verschiedenste Aspekte dieser Frage debattieren von Mittwoch an rund 160 Sexualwissenschaftler aus Mitteleuropa an der Berliner Charité.

„Viele Menschen wünschen sich enge, anhaltende Bindungen, aber immer weniger Menschen gelingt es, welche aufzubauen. Diese Probleme werden bei uns zu einem wachsenden Thema - oft auch zusammen mit unerfülltem Kinderwunsch“, sagte Prof. Klaus Beier, Leiter des Charité-Instituts für Sexualwissenschaft und -medizin, am Dienstag im Vorfeld der 30. Jahrestagung der Gesellschaft für Sexualmedizin (24.-27.5.).

„Und ein Kind muss dann möglicherweise als Ersatz für fehlende Bindungsqualität herhalten“, erläutert Beier. Der manchmal allzu prompte Gang zum Reproduktionsmediziner könne diese Probleme aber nicht an der Wurzel lösen, glaubt der Sexualwissenschaftler. Etwa zehn bis 20 Prozent der Menschen in Deutschland haben sexuelle Funktionsstörungen. „Das reicht von Erregungs- und Orgasmusstörungen bis hin zu Schmerzen beim Verkehr.“ Immer noch laufe die Behandlung aber vielfach nicht optimal. „Paartherapien, wie sie beispielsweise bei Erektionsstörungen hilfreich sind, bezahlt keine gesetzliche Krankenkasse.“ Zudem müssten Hilfesuchende oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Zumindest der Forschung soll künftig aber finanziell unter die Arme gegriffen werden: Auf der Tagung, die auch 100 Jahre Sexualwissenschaft feiert, wird die privat finanzierte Wilhelm-von-Humboldt-Stiftung gegründet. Darüber hinaus werden erste Ergebnisse des Berliner Präventionsprojekts zum Schutz vor sexuellem Kindesmissbrauch vorgestellt.

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