Wissenschaft
Silvesternacht eine Sekunde länger

Die Silvesternacht dauert in diesem Jahr eine Sekunde länger. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig fügt am 1. Januar um 0:59:59 eine so genannte Schaltsekunde ein, um die Zeit der Erddrehung anzupassen. „Die Erde hinkt der Zeit aus den Atomuhren nach.“

dpa BRAUNSCHWEIG. Die Silvesternacht dauert in diesem Jahr eine Sekunde länger. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig fügt am 1. Januar um 0:59:59 eine so genannte Schaltsekunde ein, um die Zeit der Erddrehung anzupassen. „Die Erde hinkt der Zeit aus den Atomuhren nach.“

Das sagte PTB-Sprecher Robert Wynands am Dienstag. Die Weltzeit, die aus den Daten von mehr als 250 Atomuhren erzeugt wird, muss daher hin und wieder auf die Erde „warten“.

Die Schaltsekunden werden nach einem 1972 international vereinbarten System in die Atomzeit eingefügt. Statistisch gesehen müssten die Uhren alle eineinhalb Jahre für eine Sekunde anhalten. Die jüngste Schaltsekunde liegt jedoch bereits sechs Jahre zurück. „In den letzten Jahren drehte sich die Erde etwas schneller“, erläuterte Wynands diesen langen Zeitraum. Sie holte die Atomzeit daher von selbst wieder leicht ein. Als Grund für die außergewöhnlich flotte Erddrehung nennt Wynands Erdbeben und Wetterphänomene. Sie beeinflussen neben Ebbe und Flut die Rotationsgeschwindigkeit. „Das große Erdbeben, das den Tsunami vor einem Jahr auslöste, zeigte sich letztlich auch in einem Sprung der Erddrehung“, erklärte Wynands. Ebenso habe der Sturm „El Niño“ Zeit-Spuren hinterlassen.

Zur Einführung der Schaltsekunde 1972 wurden zehn Sekunden in die Zeit eingefügt. Seitdem halten die Atomuhren hin und wieder für eine Sekunde an - zum diesjährigen Jahreswechsel bereits zum 22. Mal. Taktgeber ist hierbei die Zeit im Londoner Vorort Greenwich, wo die Schaltsekunde um Mitternacht eingefügt wird. In Deutschland ist es auf Grund der Zeitverschiebung dementsprechend ein Uhr nachts, in Amerika bleiben die Funkuhren bereits am frühen Abend für eine Sekunde stehen. Für Deutschland programmiert die PTB die impulsgebende Atomuhr in Mainflingen bei Frankfurt (Main). Besitzer von Funkuhren müssen sich um nichts kümmern: Über den Sender DCF 77 wird die zusätzliche Sekunde automatisch eingefügt.

Die Entscheidung über Schaltsekunden trifft der Internationale Erd-Rotations-Service in Paris (Iers). Er verfolgt die Drehung der Erde über astronomische Messungen und wertet diese aus. Unter Mitwirkung von weltweit 50 Zeitinstituten, darunter auch das Zeitlaboratorium der PTB, bestimmt der Iers dann die genaue Zeit.

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