Wissenschaft
Smogwolken erwärmen die Atmosphäre über Asien

Schmutzige Dunstwolken über dem Indischen Ozean tragen im asiatischen Raum möglicherweise genauso viel zur Erwärmung der Atmosphäre bei wie die Freisetzung von Treibhausgasen.

dpa LONDON. Schmutzige Dunstwolken über dem Indischen Ozean tragen im asiatischen Raum möglicherweise genauso viel zur Erwärmung der Atmosphäre bei wie die Freisetzung von Treibhausgasen.

Die Wolken entstehen hauptsächlich bei der Verfeuerung fossiler Brennstoffe und Biomasse und heizen die untere Schicht der Atmosphäre zeitweise stark auf, berichten US-Forscher im Journal „Nature“ (Bd. 448, S. 575). Sie hatten mit unbemannten Luftfahrzeugen Messungen innerhalb der Smog- Wolken vorgenommen.

Insgesamt 18 Mal ließen die Forscher um Veerabhadran Ramanathan von der Scripps Institution of Qceanography (La Jolla/US-Staat Kalifornien) ihre Messflugzeuge im März 2006 über dem Indischen Ozean aufsteigen. Sie bestimmten damit unter anderem die Sonnenstrahlung und die Konzentration von Aerosolen in der Luft - das sind kleine Schwebeteilchen, die durch Feuer in die Atmosphäre gelangen. Der März liegt in der Trockenzeit, wenn verschmutzte Luftmassen aus dem asiatischen Raum zum Indischen Ozean transportiert werden.

In der ersten Märzhälfte fanden die Forscher nur wenige Aerosole in der Atmosphäre. Mit der Ankunft der „brown clouds“ („braune Wolken“) in der zweiten Monatshälfte stieg die Konzentration von Aerosolen stark. Die Luftmassen der unteren Atmosphärenschicht erwärmten sich um etwa 50 Prozent gegenüber den vorherigen Messungen. Die weitere Auswertung ergab, dass der Großteil dieser Erwärmung auf den hohen Anteil von Kohlenstoffpartikeln in Form von Ruß zurückzuführen ist.

Bislang gingen Experten davon aus, dass die Aerosole allgemein einen kühlenden Effekt haben. Sie streuen die Sonnenstrahlung in alle Richtungen, so dass mehr Strahlung in den Weltraum reflektiert wird, so lautete die Annahme. Zum Teil absorbieren die Aerosol-Partikel aber auch die Sonnenstrahlung, wodurch sich dann die umgebende Luft aufheizt. Weitere Berechnungen ergaben, dass sich die Temperatur in der unteren Atmosphäre seit 1950 stärker erwärmt als an der Oberfläche. Diese Tatsache trage womöglich auch zum Abschmelzen der höher gelegen Gletscher im Himalaya bei, schreiben die Forscher.

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