Wissenschaft
Sonne, Mond und Sterne im April 2006

Zwei helle Planeten schmücken im April den Abendhimmel, der rötliche Mars und der Ringplanet Saturn. Am späteren Abend gesellt sich noch der helle Riesenplanet Jupiter zur Planetenparade.

dpa HAMBURG. Zwei helle Planeten schmücken im April den Abendhimmel, der rötliche Mars und der Ringplanet Saturn. Am späteren Abend gesellt sich noch der helle Riesenplanet Jupiter zur Planetenparade.

Mars ist in der ersten Nachthälfte am Firmament vertreten. Nach Mitternacht sinkt er weit im Nordwesten unter die Horizontlinie. Der Planet zieht seine Bahn durch die nördlichen Bezirke des Tierkreises. Zur Monatsmitte verlässt er das Sternbild Stier und wechselt in das Sternbild Zwillinge.

Saturn im Sternbild Krebs steht nach Einbruch der Dunkelheit hoch im Süden. Der Ringplanet kommt am 5. zum Stillstand und wandert danach von West nach Ost durch den Tierkreis, wobei er auf den offenen Sternhaufen Krippe zusteuert. Die Amerikaner nennen diesen Sternhaufen im Krebs „beehive“ (Bienenkorb), weil es dort beim Blick durchs Fernglas von Sternen wimmelt - ähnlich wie in einem Bienenstock. Vom Morgenhimmel zieht sich Saturn allmählich zurück.

Jupiter im Sternbild Waage wird zum Planeten der gesamten Nacht. Zu Monatsbeginn geht der Riesenplanet gegen elf Uhr im Südosten auf. Ende April erscheint er schon zwei Stunden früher auf der Himmelsbühne. Nach dem Mond ist Jupiter das hellste Gestirn am Nachthimmel, bis morgens die Venus aufgeht.

Venus spielt ihre Rolle als Morgenstern. Seine Sichtbarkeitsdauer verkürzt der Liebesplanet auf knapp eine Stunde. Am 18. zieht unser innerer Nachbarplanet nur eine halbe Vollmondbreite nördlich am ferneren und lichtschwachen Uranus vorbei.

Der abendliche Fixsternhimmel zeigt nun sein Frühlingsszenario. Hoch im Süden passiert eben der Löwe mit seinem Hauptstern Regulus die Mittagslinie. Ihm folgt im Tierkreis die Jungfrau mit dem bläulichen Stern Spica. Die sehr leuchtkräftige, heiße Sonne ist 260 Lichtjahre von uns entfernt. Stünde unsere Sonne in gleicher Distanz, wäre sie nur in einem lichtstarken Fernglas oder Teleskop sichtbar, nicht jedoch mit bloßem Auge. Spica strahlt so hell wie 2 200 unserer Sonnen zusammen.

Im Osten funkelt auffällig der orange-rote Arktur im Sternbild Bootes, dem Rinderhirt. Die drei hellen Sterne Regulus, Spica und Arktur bilden das Frühlingsdreieck.

Blickt man direkt nach oben, so erkennt man die sieben Sterne des Großen Wagens, der jetzt abends über unseren Köpfen steht. Der Große Wagen ist nur ein Teil der viel größeren Sternenfigur des Großen Bären. Sein Kopf und die Pranken werden von vergleichsweise lichtschwachen Sternen gebildet, die zwar theoretisch mit bloßen Augen gut zu sehen sind, aber am durch Lichtsmog aufgehellten Stadthimmel kaum erkannt werden können.

Im Westen versinken die Wintersternbilder. Sirius im Großen Hund ist bereits untergegangen. Orion folgt ihm gerade nach, ebenso der Stier mit seinem orangen Hauptstern Aldebaran. Hoch im Nordwesten funkelt die helle, gelbliche Doppelsonne Kapella im Fuhrmann. Im Westen sind noch die Zwillinge auszumachen.

Am Nordosthorizont erblickt man einen hellen, bläulichen Stern - die Wega in der Leier. Als ein Eckpunkt des Sommerdreiecks ist sie Vorbote der kommenden warmen Jahreszeit. Vom 12. bis 24. tauchen in dem Sternbild die Sternschnuppen der Lyriden auf. Zum Maximum am 22. sind in den Stunden nach Mitternacht bis zu zwanzig Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten.

Am Gründonnerstag, dem 13. April, tritt um 18.40 Uhr im Sternbild Jungfrau die Phase Ostervollmond ein. In Neumondstellung kommt unser Nachbar im All am 27. April. Die Sonne wandert am aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Ihre Mittagshöhe nimmt um gut zehn Grad zu, die Tagelänge wächst um rund eineinhalb Stunden. dpa fhk yyzz kl/hu/jg

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