Wissenschaft: Sonne, Mond und Sterne im Februar 2006

Wissenschaft
Sonne, Mond und Sterne im Februar 2006

Auf dem Totenbett soll der große Astronom Nikolaus Kopernikus (1 473 - 1 543) noch bedauert haben, den sonnennächsten Planeten, nämlich Merkur, nie am Himmel gesehen zu haben. Historiker bezweifeln diese Geschichte. Richtig ist jedoch, dass Merkur nur selten gesehen werden kann.

dpa HAMBURG. Auf dem Totenbett soll der große Astronom Nikolaus Kopernikus (1 473 - 1 543) noch bedauert haben, den sonnennächsten Planeten, nämlich Merkur, nie am Himmel gesehen zu haben. Historiker bezweifeln diese Geschichte. Richtig ist jedoch, dass Merkur nur selten gesehen werden kann.

Wer Merkur noch nie erspäht hat, dem bietet sich zwischen dem 18. und 25. Februar die günstigste Abendsichtbarkeit des Planeten in diesem Jahr. Nur an wenigen Tagen im Jahr kann man ihn entweder abends in der Dämmerung tief im Westen oder in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont als fahlen, gelblichen Lichtpunkt erkennen.

Wer Merkur sehen will, sollte in dem erwähnten Zeitraum zum Westhorizont blicken. Der Planet macht sich kurz nach 18 Uhr in der zunehmenden Dunkelheit tief im Westen bemerkbar. Gegen 19 Uhr wird er vom Horizontdunst verschluckt. Am 18. geht Merkur kurz nach 19 Uhr unter. Bis 25. ist seine Untergangszeit eine halbe Stunde später. Im Fernrohr zeigt sich Merkur am 24. Februar halb beleuchtet - er sieht aus wie ein winziger Halbmond. Auch Merkur zeigt Phasen wie unser Mond und die Venus.

Im Mittel ist Merkur nur knapp vierzig Prozent so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Er läuft in einer stark elliptischen Bahn um die Sonne. Seine Entfernung von ihr schwankt daher zwischen 46 und 70 Mill. Kilometer.

Schon in der Antike wurde der sonnenächste Planet nach dem geflügelten Götterboten Hermes benannt, der bei den Römern Merkur heißt. Er ist der Schutzgott der Kaufleute und Reisenden, aber auch der Diebe. Diese tauchen kurz auf und verschwinden schnell wieder, genau wie Merkur, der sich nur an wenigen Tagen im Jahr kurz am Abend- oder Morgenhimmel zeigt.

Mit 4 878 Kilometer Durchmesser ist Merkur der Benjamin unter den Planeten - von Pluto abgesehen, dessen Planetenstatus aber ohnehin angezweifelt wird. Als die bisher einzige Raumsonde Mariner zehn in den Jahren 1974 und 1975 drei Mal an Merkur vorbeiflog, sandte sie Bilder von seiner kraterübersäten Oberfläche, die an Mondlandschaften erinnern. Die Temperaturverhältnisse sind extrem. Nur alle 176 Tage geht die Sonne auf. Dann steigt die Bodentemperatur in dem Wochen dauernden Merkurtag auf 427 Grad Celsius an. In der Merkurnacht sinkt sie bis minus 183 Grad Celsius ab. Am Merkurtag würde Blei sofort schmelzen wie bei uns Butter in der Sonne.

Inzwischen hat man die Raumsonde „Messenger“ auf den Weg zum sonnennächsten Planeten gebracht. Sie soll 2011 in eine Merkurumlaufbahn einschwenken und den mond- und atmosphärelosen Planeten erforschen.

Den Abendhimmel im Februar beherrschen die hellen Planeten Mars und Saturn. Mars wandert rechtläufig im Gebiet Widder und Stier durch den Tierkreis. Zwei Stunden nach Mitternacht verabschiedet er sich und geht unter. Der ringgeschmückte Saturn ist fast die gesamte Nacht am Firmament vertreten. Nach Einbruch der Dunkelheit ist er schon hoch im Nordosten zu sehen. Gegen sechs Uhr morgens verlässt Saturn die Himmelsbühne.

Venus ist strahlender Morgenstern. Vor Sonnenaufgang kann man sie tief im Südosten sehen. Zur Monatsmitte strahlt unser innerer Nachbarplanet in größtem Glanz. Nur noch Sonne und Mond sind heller. Jupiter in der Waage taucht in der zweiten Nachthälfte im Südosten auf. Am Morgenhimmel kann man ihn eine Stunde vor Sonnenaufgang im Süden sehen.

Der Mond passiert in der Nacht vom 5. auf 6. etwa zwei Grad nördlich den rötlichen Mars. Am 11. zieht der Erdtrabant dann schon fast voll beleuchtet an Saturn im Krebs vorbei. Am 13. wird um 5.44 Uhr die Vollmondphase erreicht. Einen Tag später hält sich der Mond mit 406 360 Kilometer Distanz in Erdferne auf. Am 27. kommt er dann in Erdnähe bis auf 356 880 Kilometer an uns heran. Kurz darauf, nämlich am 28. um 1.31 Uhr erreicht er seine Neumondposition. Dies kann zu extremen Gezeiten mit hohen Tiden und Springfluten führen.

Die Tage werden merkbar länger. Abends wie morgens gewinnen wir je eine dreiviertel Stunde an Tageslänge. Die Sonne verlässt am 16. das Sternbild Steinbock und wechselt in das Sternbild Wassermann. Zwei Tage später tritt sie in das Tierkreiszeichen Fische.

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