Wissenschaft
Soziale Kontrolle erzwingt Selbstlosigkeit bei Bienen

Strenge soziale Kontrolle und nicht Selbstlosigkeit der Arbeiterinnen sorgen bei Bienen und Wespen dafür, dass sich nur die Königin vermehrt. Nach einem strengen Regiment zerstören Arbeiterinnen oder die Königin selbst alle fremden Eier.

dpa LONDON/BERLIN. Strenge soziale Kontrolle und nicht Selbstlosigkeit der Arbeiterinnen sorgen bei Bienen und Wespen dafür, dass sich nur die Königin vermehrt. Nach einem strengen Regiment zerstören Arbeiterinnen oder die Königin selbst alle fremden Eier.

In der Folge stellen Arbeiterinnen die Eiablage gänzlich ein, obwohl ihre Eierstöcke funktionstüchtig bleiben. Zu diesem Schluss kommen Tom Wenseleers und Francis Ratnieks vom Wissenschaftskolleg zu Berlin, nachdem sie zahlreiche Bienen- und Wespenstaaten untersucht hatten. Ihre Resultate präsentieren sie im Journal „Nature“.

Die Arbeiterinnen von Bienen- und Wespenvölkern verzichten damit nicht - wie vielfach angenommen - aus Selbstlosigkeit auf eigenen Nachwuchs, schreiben die Wissenschaftler. Vielmehr sei diese Selbstlosigkeit (Altruismus) erzwungen. Wo die soziale Kontrolle besonders gut funktioniere, vermehrten sich weniger als drei Prozent der Arbeiterinnen. Ist die Umsetzung der Selbstkontrolle hingegen nur zu 30 Prozent effektiv, setzten mehr Arbeiterinnen die Eiablage fort.

Schließlich übertragen die Forscher ihre Erkenntnisse auf den Menschen. Dass moderne Insektengesellschaften per Sanktionen die Zahl egoistisch handelnder Mitglieder verringere, zeige, was beim Menschen nur schwer zu demonstrieren sei: Eine rigide Durchsetzung der Gesetze reduziere das unsoziale Verhalten Einzelner.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%