Wissenschaft
Spektakulärer Parasitentrick: Ölkäfer schlüpfen in Bienennest unter

Mit einem spektakulären Gruppentrick finden die parasitischen Larven eines amerikanischen Ölkäfers Unterschlupf in einem Bienennest. Sie rotten sich zur Größe einer weiblichen Biene zusammen, bilden deren Form nach und verführen das Bienenmännchen mit einem imitierten Duftstoff.

dpa WASHINGTON. Mit einem spektakulären Gruppentrick finden die parasitischen Larven eines amerikanischen Ölkäfers Unterschlupf in einem Bienennest. Sie rotten sich zur Größe einer weiblichen Biene zusammen, bilden deren Form nach und verführen das Bienenmännchen mit einem imitierten Duftstoff.

Setzt sich das Männchen zu vermeintlicher Paarung auf den Larvenklumpen, krallen sich die Parasiten an dessen Hinterteil fest, wie Forscher in einem vorab im Internet veröffentlichten Artikel in den „Proceedings“ („Pnas“) der US- Akademie der Wissenschaften berichten.

Bei einer tatsächlichen Paarung hüpfen die Larven in weniger als zwei Sekunden auf das Weibchen. Von ihm lassen sie sich in den Bienenstock fliegen. Dort beginnt dann ihr eigentliches Parasitenleben: Sie fressen Bieneneier und Nektar und wachsen zu Käfern („Meloe franciscanus“) heran.

Nur selten arbeiteten aggressive Parasiten wie soziale Insekten zusammen, schreiben Jocelyn G. Millar und Leslie S. Saul-Gershenz von der Universität von Kalifornien in Riverside. Auch die gemeinsame Produktion von Chemikalien sei bei ihnen ein rares Phänomen.

Um wie ein Weibchen der Bienenart „Habropoda pallida“ auszusehen, klammern sich nach Erkenntnissen der Forscher 120 bis 2000 Käferlarven aneinander. Die Insekten leben in den Sanddünen der Wüsten im Südwesten der USA. Pflanzen kommen dort nur fleckenweise und weit voneinander entfernt vor. Mit dem Trick gelangen die flügellosen Maden des Ölkäfers effektiv zu ihrem Wirt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%