Wissenschaft
Spinosaurus war gefährlicher als Tyrannosaurus rex

Der Spinosaurus macht dem gefürchteten Tyrannosaurus rex den Titel als König der Raubsaurier streitig: Neuen Untersuchungen zufolge maß der mit langen Zähnen und einem Rückenkamm bestückte Spinosaurus 17 Meter von der Schnauze bis zum Schwanz.

dpa LONDON/PEKING. Der Spinosaurus macht dem gefürchteten Tyrannosaurus rex den Titel als König der Raubsaurier streitig: Neuen Untersuchungen zufolge maß der mit langen Zähnen und einem Rückenkamm bestückte Spinosaurus 17 Meter von der Schnauze bis zum Schwanz.

Den nur neun bis 13 Meter langen Tyrannosaurus und auch den bis zu 14 Meter langen Gigantosaurus stellte er damit buchstäblich in den Schatten, wie das britische Fachjournal „New Scientist“ (Nr. 2 538, S. 18) in seiner Ausgabe vom kommenden Samstag berichtet. Unterdessen entdeckten Forscher in China den ältesten bekannten Vorfahr des Tyrannosaurus rex.

Der „Vater“ von T. rex hatte einen großen, aufblasbaren Nasenkamm. Dieser könne eine Rolle beim Paarungsverhalten oder auch bei der Erzeugung von Tönen gespielt haben, sagte der Forscher Xu Xing vom Institut für Paläontologie von Wirbeltieren in Peking der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Wissenschaftler tauften den Dinosaurier „Guanlong wucaii“. Übersetzt heißt das so viel wie „gekrönter Drache von den fünffarbigen Steinen“, was sich auf das Gestein am Fundort Wucaiwan bezieht.

Die Fossilien stammen aus der späten Jurazeit vor rund 160 Mill. Jahren, wie das Team im Wissenschaftsmagazin „Nature“ von diesem Donnerstag berichtet (Bd. 439, S. 715, doi:10.1 038/nature04511). Der Fundort Wucaiwan liegt in der Region Xinjiang in Nordwestchina. Der primitivere „Guanlong wucaii“ habe sich mit drei Metern Größe deutlich von dem viel größeren Tyrannosaurus rex unterschieden.

Mit der Studie zum Spinosaurus, den größten Raubsaurier, bestätigten italienische Forscher Aussagen, die der deutsche Paläontologe Ernst Stromer bereits 1912 gemacht hatte. Er hatte damals ein gut erhaltenes Spinosaurus-Skelett aus Ägypten untersucht, vermessen und auch Hinweise für den riesigen Rückenkamm entdeckt. Im 2. Weltkrieg war das Knochengerüst jedoch im Bombenhagel in einem Münchner Museum zerstört worden.

Nun untersuchten Cristiano Dal Sasso und Kollegen vom Naturgeschichtsmuseum in Mailand Teile eines Spinosaurus-Schädels sowie aus einer Privatsammlung neu aufgetauchte Knochenteile einer Spinosaurus-Schnauze. Danach war allein der Schädel der Riesenechse 1,75 Meter lang. Dal Sasso rekonstruierte daraus 17 Meter Körperlänge und ein Gewicht von sieben bis neun Tonnen.

Spinosaurus, der vor etwa 100 Mill. Jahren in Afrika lebte, war ebenso wie T.rex und Gigantosaurus ein so genannter Theropode, also ein Vorfahr der heutigen Vögel. Allerdings hatten Spinosaurier eine schlankere Schnauze: „Eher wie ein Krokodil“, beschreibt Dal Sasso. Zwischen einem Zahn und einem Kieferstück fand sich ein Sägefisch-Wirbel - Hinweis auf Ernährungsvorlieben der Riesenräuber. Andere Funde deuten darauf hin, dass der Spinosaurus im Vergleich zum T.rex deutlich mächtigere Vorderbeine hatte. „Stark genug, um damit Beute zu fangen“, glaubt ein Teamkollege Dal Sassos. Die Originalstudie ist im „Journal of Vertebrate Paleontology“ (Bd. 14, S. 888) erschienen.

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