Wissenschaft
Starker Rückgang der Thunfisch-Bestände im Pazifik

Washington (dpa) ­ Die intensive Fischerei hat zu einem beträchtlichen Rückgang der Thunfisch-Bestände im Pazifischen Ozean geführt.

Washington (dpa) ­ Die intensive Fischerei hat zu einem beträchtlichen Rückgang der Thunfisch-Bestände im Pazifischen Ozean geführt. Allerdings sei die Entwicklung weniger katastrophal als vermutet, berichten Forscher aus dem französischen Überseegebiet Neu Kaledonien und den USA im Journal „Science“ (Bd. 314, S. 1 773).

Um zu verhindern, dass die Bestände bedrohlich schrumpfen, müsse ein effektiver Schutz eingeführt und eingehalten werden.

Die Forscher um Mark Maunder von der Inter-American Tropical Tuna Commission in La Jolla (US-Staat Kalifornien) hatten die Fangdaten der Fischindustrie von 1950 bis 2004 ausgewertet. Insgesamt seien in diesem Zeitraum etwa 50 Mill. Tonnen Thunfisch aus dem Pazifik gezogen worden. Derzeit holten die Fischer dort jährlich etwa 2,5 Mill. Tonnen Thunfisch aus dem Waser ­ im Jahr 2004 seien das etwa 60 Prozent des weltweiten Fangs gewesen. Die Forscher untersuchten die Bestandsentwicklung beim Gelbflossen-Thun, dem Weißen Thun, dem Großaugen-Thun, dem Echten Bonito und außerdem beim Blauhai.

Trotz des Anstiegs der Fangzahlen seit 1950 sei die Biomasse der Fische insgesamt nicht katastrophal zurückgegangen, schreiben die Wissenschaftler in „Science“. Demnach beträgt die Biomasse der einzelnen Arten derzeit 36 bis 91 Prozent jener Werte, die ohne Fischerei zu erwarten wären. Der Anteil großer Thune mit mehr als 1,75 Metern Länge sei allerdings von fünf auf ein Prozent zurückgegangen.

Einige Bestände näherten sich den so genannten „maximalen nachhaltigen Erträgen“ an. Damit wird der Wert bezeichnet, bei dem die Leistungsfähigkeit des Bestands für die Zukunft erhalten bleibt. Die Umweltorganisation Greenpeace warnte in der Vergangenheit bereits mehrfach vor einer „bedenklichen Überfischung“ der pazifischen Gelbflossen- und Großaugen-Thune, wenn nicht radikale Schutzmaßnahmen ergriffen würden.

Die Umweltstiftung WWF beklagte kürzlich besonders die Bedrohung der Thunfisch-Bestände im Mittelmeer. Dort seien die Tiere durch illegale Fischerei bedroht. Die Flotten der Europäischen Union fingen weit größere Mengen als offiziell erlaubt, die Fangquoten für den Roten Thunfisch etwa seien in jüngster Zeit um mehr als 40 Prozent überschritten worden.

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