Wissenschaft
Stickstoffdioxid in der Luft schädlicher als bislang bekannt

Stickstoffdioxid in der Luft ist gesundheitsschädlicher als bisher bekannt. Ein Anstieg der Luftbelastung um zehn Mikrogramm (millionstel Gramm) Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter, erhöhe die allgemeine Todesrate im Mittel um 0,3 Prozent, berichten griechische Forscher.

dpa SHEFFIELD/ATHEN. Stickstoffdioxid in der Luft ist gesundheitsschädlicher als bisher bekannt. Ein Anstieg der Luftbelastung um zehn Mikrogramm (millionstel Gramm) Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter, erhöhe die allgemeine Todesrate im Mittel um 0,3 Prozent, berichten griechische Forscher.

Die Gruppe um Evangelia Samoli von der Universität Athen hatte mindestens drei Jahre lang Luftqualität und Sterberaten in mehr als 30 europäischen Städten mit insgesamt 60 Mill. Einwohnern untersucht, wie sie im „European Respiratory Journal“ (Bd. 27, S. 1 129) berichtet. Stickstoffdioxid stoßen vor allem mit Diesel betriebene Maschinen und Motoren aus.

Die Forscher stützten sich nach eigenen Angaben auf die größte in Europa existierende Datenbank zur Messung von Luftverschmutzung. Sie verglichen die Sterblichkeitsrate und die Anzahl der Einweisungen ins Krankenhaus mit Messungen von Schmutzstoffen in der Luft, die sie in 34 Städten in Europa, der Türkei und Israel gemessen hatten. Die mittlere Stickstoffdioxidbelastung lag dabei je nach Stadt zwischen etwa 50 und rund 150 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Der Vergleich zeigte, dass die Sterblichkeitsrate analog zur täglich gemessenen NO2-Belastung in der Luft steigt oder sinkt. „Die Auswirkungen von NO2 auf das Herzkreislaufsystem führen öfter kurzfristig zu plötzlichen Todesfällen, während durch NO2 ausgelöste Atemwegserkrankungen zu einem späteren Zeitpunkt den Tod verursachen“, erklärt Samolis Kollegin Klea Katsouyanni.

Katsouyanni und Samoli stützten sich für ihre Untersuchung Aphea-2 auf die Studie „Air Pollution and Health - A European Approach“ (Aphea) aus den 90er Jahren. Für die erste Auflage waren in 15 europäischen Städten die Auswirkungen von verschiedenen Schmutzstoffen wie Ozon auf die menschliche Gesundheit untersucht worden.

Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass die Belastung durch Stickstoffdioxid im Nordwesten und Süden Europas meist größer ist als im Osten. „In den 90er Jahren wurde Luftverschmutzung im Süden und Westen Europas hauptsächlich durch Straßenverkehr verursacht, während es in Osteuropa weniger Autos gab“, schreiben die Forscher. Weniger Diesel betriebene Autos könnten die NO2-Belastung zurückfahren, allerdings steige ihre Anzahl stetig.

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