Wissenschaft
Strahlentherapie erhöht Chancen für Kinder mit Hirntumor

Mit einer intensiven Strahlentherapie haben US-Ärzte nach eigenen Angaben die Überlebenschancen von Kindern mit dem häufigsten Typ von Hirntumor verbessert.

dpa LONDON. Mit einer intensiven Strahlentherapie haben US-Ärzte nach eigenen Angaben die Überlebenschancen von Kindern mit dem häufigsten Typ von Hirntumor verbessert.

Die Mediziner um Amar Gajjar vom St.-Jude-Kinderkrankenhaus in Memphis (US-Staat Tennessee) erhöhten die Strahlendosis je nach Größe und Metastasenbildung des so genannten Medulloblastoms und verkürzten dafür die anschließende Chemotherapie. 85 Prozent der 119 so behandelten Kinder hätten mindestens fünf Jahre überlebt, berichten die Ärzte in einer Online- Veröffentlichung des britischen Medizinjournals „The Lancet Oncology“. Mit der Standardtherapie überleben etwa 60 bis 70 Prozent der Patienten so lange.

Besonders stark profitierten der Studie zufolge Hochrisikopatienten mit Tumoren, die auch nach der chirurgischen Entfernung noch besonders groß waren, oder die bereits gestreut hatten: In dieser Gruppe verdoppelte sich nach Angaben der US-Ärzte die Fünfjahresüberlebensrate von 30 bis 40 Prozent auf 70 Prozent. Dabei senke die Verkürzung der Chemotherapie auch die unangenehmen Nebenwirkungen dieser Behandlung. Es gebe allerdings noch keine klaren Regeln, nach denen Strahlen- und Chemotherapie an die Tumorgröße angepasst werden sollten, betonen die Autoren. Sie empfehlen für die Behandlung von Hochrisikopatienten einen ähnlichen Ansatz wie den beschriebenen.

Das Medulloblastom ist mit einem Anteil von etwa 20 Prozent der häufigste bösartige Hirntumor im Kindesalter. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen, die meisten Fälle treten im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren auf. Zur Behandlung wird der schnell wachsende Tumor in einer Operation möglichst weitgehend entfernt, anschließend folgt eine Bestrahlung, die oft durch eine Chemotherapie unterstützt wird.

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