Wissenschaft: Stress in Schwangerschaft gefährdet männliche Babys

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Stress in Schwangerschaft gefährdet männliche Babys

US-Forscher meinen jetzt erklären zu können, warum in Krisenzeiten mehr weibliche als männliche Babys geboren werden. Der Körper der werdenden Mutter befreie sich unter Stress vermutlich eher von Föten, die schwächer sind und geringere Chancen haben, bis zur Geburt zu überleben.

dpa WASHINGTON/NEW YORK. US-Forscher meinen jetzt erklären zu können, warum in Krisenzeiten mehr weibliche als männliche Babys geboren werden. Der Körper der werdenden Mutter befreie sich unter Stress vermutlich eher von Föten, die schwächer sind und geringere Chancen haben, bis zur Geburt zu überleben.

Das berichten die Forscher in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ vom Dienstag („Pnas“; DOI: 10.1 073/pnas.0 510 567 103).

Männliche Föten gälten allgemein als anfälliger, schreiben Ralph Catalano und sein Kollege Tim Bruckner von der Universität von Kalifornien in Berkeley. Nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Geburtshilfe werden zwar generell mehr Jungen gezeugt, es gehen jedoch mehr Jungen als Mädchen während der Schwangerschaft verloren, so dass sich das Geschlechterverhältnis in normalen Zeiten ausgleicht.

Nach Darstellung der kalifornischen Forscher zeigt der Mutterleib in Zeiten von Krieg, Naturkatastrophen oder einer Hungersnot möglicherweise eine geringere Toleranz gegenüber schwachen Föten, die gewöhnlich nicht abgestoßen würden. Diese Erklärung passe zu den analysierten schwedischen Daten der Jahre 1 751 bis 1912. Schweden hat ihren Angaben nach die umfassendsten Informationen aus jener Zeit gesammelt.

Die ungewollte „Abtreibung“ männlicher Föten dürfte vom Drang gesteuert werden, für das Überleben des eigenen Geschlechts zu sorgen, vermuten die Forscher. Weiblicher Nachwuchs sorge eher für den Erhalt und die Fortsetzung des Geschlechts als männlicher.

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