Wissenschaft
Studie: Dicke Freunde machen dick

Wer einen dicken Freund oder eine dicke Freundin hat, wird selbst leichter füllig. Das hat eine Studie von US- Forschern um Nicholas Christakis von der Harvard Medical School in Boston (US-Staat Massachusetts) ergeben.

dpa BOSTON. Wer einen dicken Freund oder eine dicke Freundin hat, wird selbst leichter füllig. Das hat eine Studie von US- Forschern um Nicholas Christakis von der Harvard Medical School in Boston (US-Staat Massachusetts) ergeben.

Die Gefahr, mehr auf die Waage zu bringen, steigt demnach um 57 Prozent, wenn ein eng befreundeter Mensch zugenommen hat. Das berichten die Forscher im „New England Journal of Medicine“ (Bd. 357, S. 370).

Bei Geschwistern erhöhte sich das Risiko um 40 Prozent, bei Ehepaaren um 37 Prozent. „Unsere Studie legt nahe, dass Übergewicht in sozialen Netzwerken messbar ist und eindeutig steigt, je nachdem, um welche Art von Sozialbeziehung es sich handelt“, folgern die Wissenschaftler.

Für die Untersuchung wurden Daten von gut 12 000 Patienten aus einer mehr als 30 Jahre laufenden Herzstudie ausgewertet. Freunde nehmen danach nicht nur zu, wenn sie ständig gemeinsam Pommes vor dem Fernseher essen, sondern auch, wenn sie hunderte von Kilometern entfernt wohnen.

„Soziale Distanz spielt eine größere Rolle als geographische Distanz“, erklärt die Gruppe. „Man ändert seine Vorstellung von einer akzeptablen Figur, wenn man die Leute anschaut, die einem nahe stehen“, sagte Christakis laut „New York Times“.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Geschlecht. Ein Mädchen etwa nimmt eher dann zu, wenn ihre Schwester dicker wird - ein beleibter Bruder ist weniger entscheidend. „Offenbar werden Menschen mehr von jemandem beeinflusst, der ihnen ähnelt, als von jemandem, der anders ist“, heißt es bei den Wissenschaftlern. Bei Ehepaaren könnten der Geschlechtseffekt und der Freundschaftseffekt gegeneinander wirken.

Die Studie hilft nach Meinung der Wissenschaftler zu erklären, warum die Amerikaner ständig zunehmen. Inzwischen sind den Angaben zufolge 66 Prozent der Erwachsenen übergewichtig. Allerdings lässt sich die Wirkung sozialer Bindungen ihrer Meinung nach auch für Programme zum Abnehmen nutzen: „Menschen haben miteinander zu tun, und deshalb hat auch ihre Gesundheit miteinander zu tun.“

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